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Trump in den Emiraten: Wenn der Präsident zugleich Geschäftsmann ist

Auf seiner Golfreise kombiniert US-Präsident Donald Trump laut Tagesschau politische Missionen mit privaten Interessen. Zwischen luxuriösen Immobilienprojekten, Krypto-Investments und diplomatischen Auftritten verschwimmen die Grenzen – besonders deutlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
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Lesezeit 2 Minuten

Donald Trump ist zurück im Präsidentenamt – und seine geschäftlichen Ambitionen haben keineswegs pausiert. Besonders in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt sich laut Tagesschau, wie eng sich Trumps politische Rolle mit seinen privaten Geschäften verflechtet. Während er als Präsident Staatschefs trifft, feiert sein Sohn den Bau eines neuen Trump-Towers – und Milliarden fließen in Trumps Firmen.

Ein neuer Trump-Tower und das Comeback der Marke

Trump in den Emiraten: Wenn der Präsident zugleich Geschäftsmann ist
© YouTube / RTVE.

Wie Tagesschau berichtet, stellte Eric Trump vor wenigen Tagen ein Großprojekt in Dubai vor: den neuen Trump Tower an der berühmten Sheikh Zaid Road. Das Luxushochhaus soll nicht nur die Skyline der Metropole prägen, sondern auch „den höchsten Außenpool der Welt“ bieten. „Wir werden ein Kronjuwel schaffen“, so Trump junior.

Schon seit Trumps erster Amtszeit betreibt die Familie einen exklusiven Golfclub in Dubai, wo eine Runde rund 400 Euro kostet. „Dass Trump damals gewählt wurde, hat unser Projekt beflügelt“, so der damalige Manager. Nun soll die Marke erneut profitieren – durch politische Nähe und globale Schlagzeilen.

Milliarden für Amerika – und für Trumps Firmen

Kaum ist der neue Wolkenkratzer angekündigt, landet Präsident Trump persönlich in Abu Dhabi – offiziell auf Dienstreise. Doch laut Tagesschau ist der Besuch auch wirtschaftlich höchst einträglich: Die Emirate versprechen 1,4 Billionen Dollar an Investitionen in den USA – und zusätzlich zwei Milliarden Dollar für Trumps eigenes Krypto-Unternehmen.

„Die Emirate wollen im Wettbewerb mit Saudi-Arabien nicht zurückstehen“, erklärt Kristin Diwan vom Arab Gulf States Institute. In Bereichen wie KI und Kryptowährungen wollen sie Vorreiter sein – und die Nähe zu Trump dürfte dabei kaum schaden.

Kritik an Interessenkonflikten – und ein Präsident, der lobt

Trump in den Emiraten: Wenn der Präsident zugleich Geschäftsmann ist
© YouTube / Telemundo.

Beobachter sehen in dieser engen Verflechtung zwischen Politik und Geschäft einen klaren Interessenkonflikt. Scott Amey von der Organisation Project on Government Oversight kritisiert laut Tagesschau, dass Trump die Linie zwischen Präsidentenamt und Geschäftsinteressen „systematisch verwischt“.

Trump selbst lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Er lobte den emiratischen Präsidenten erneut als „einen großen Freund Amerikas“. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte Trump mit den Emiraten einen seiner wichtigsten außenpolitischen Erfolge erzielt: die Normalisierung der Beziehungen zu Israel – ein „großartiger Tag“, wie er damals sagte.

Keine Kritik, nur Partnerschaft

Die Emirate gelten als aufstrebende Macht am Golf – militärisch stark und geopolitisch ehrgeizig. Gleichzeitig geraten sie immer wieder in die Kritik, etwa wegen ihrer Unterstützung für Milizenführer im Sudan. Doch beim Besuch Trumps bleibt es laut Tagesschau still. Keine Mahnungen, keine Fragen – Trump reist, wie schon nach Katar und Saudi-Arabien, als Geschäftspartner, nicht als Kritiker.

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