Zum Inhalt springen
Welt

Papst Leo XIV. und Donald Trump: Gemeinsame Wurzeln, unterschiedliche Wege

Beide sind US-Amerikaner, aber das bedeutet nicht, dass sie dieselben Ansichten teilen. Die Wahl von Papst Leo XIV. hat die Aufmerksamkeit von Donald Trump auf sich gezogen – doch gibt es eine politische oder ideologische Nähe zwischen dem derzeitigen Präsidenten und dem Pontifex?
Von

Lesezeit 2 Minuten

Die Wahl von Robert Francis Prevost zum neuen Papst – nun Leo XIV. – ist historisch, denn er ist der erste Pontifex, der in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Und einer ließ es sich nicht nehmen, diesen Moment öffentlich zu feiern: Donald Trump bezeichnete die Ernennung auf seiner Plattform Truth Social als „große Ehre für unser Land“ und äußerte den Wunsch, den neuen Führer der katholischen Kirche bald zu treffen.

https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/114473380014194441

Doch abgesehen von der protokollarischen Begeisterung gibt es keine Hinweise darauf, dass beide mehr als ihre Nationalität gemeinsam haben. Bisher sind weder frühere Treffen noch gegenseitige Stellungnahmen zwischen Trump und Prevost dokumentiert. Und obwohl beide weltweit bekannt sind, scheinen ihre Werdegänge und Ideen in unterschiedliche Richtungen zu gehen.

Ein Pontifex mit dem Fokus auf Nähe und Reform

Papst Leo XIV. und Donald Trump: Gemeinsame Wurzeln, unterschiedliche Wege
© Andrew Harnik/Getty Images – Gizmodo.

Prevost – nun Leo XIV. – wurde als zurückhaltender Geistlicher beschrieben, der sich auf pastorale Arbeit konzentriert. Er war viele Jahre als Missionar in Peru tätig und wurde in Rom im Kirchenrecht ausgebildet. Sein Engagement für benachteiligte Gemeinschaften und seine Unterstützung der Reformen von Papst Franziskus ordnen ihn ideologisch dem progressiveren Flügel der Kirche zu.

Trumps ambivalentes Verhältnis zum Vatikan

Trump hingegen pflegte während seiner Präsidentschaft ein ambivalentes Verhältnis zum Vatikan. In zentralen Fragen wie Einwanderung, Klimawandel oder politischer Machtanwendung geriet er offen mit Franziskus aneinander – und suggerierte sogar, der argentinische Papst sei ein „Werkzeug“ der mexikanischen Politik, nachdem dieser den Bau der Grenzmauer kritisiert hatte.

Keine Anzeichen für parteipolitisches Engagement

Papst Leo XIV. und Donald Trump: Gemeinsame Wurzeln, unterschiedliche Wege
© YouTube / Associated Press.

Leo XIV. schweigt bislang. Doch sein bisheriger Werdegang deutet nicht darauf hin, dass er sich in parteipolitische Debatten in den USA einmischen wird. Vielmehr scheint seine Mission darin zu liegen, das pastorale Erbe seines Vorgängers fortzusetzen – durch die Förderung von Einheit und Dialog innerhalb der Weltkirche.

Gemeinsamer Pass, unterschiedliche Wege

Auch wenn die gemeinsame Staatsbürgerschaft zunächst bedeutsam erscheinen mag – alles deutet darauf hin, dass der neue Papst und Trump nicht dieselbe Sprache sprechen. Und vielleicht sagt genau das mehr aus als jeder diplomatische Gruß.

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel