Die Wahl von Robert Francis Prevost zum neuen Papst – nun Leo XIV. – ist historisch, denn er ist der erste Pontifex, der in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Und einer ließ es sich nicht nehmen, diesen Moment öffentlich zu feiern: Donald Trump bezeichnete die Ernennung auf seiner Plattform Truth Social als „große Ehre für unser Land“ und äußerte den Wunsch, den neuen Führer der katholischen Kirche bald zu treffen.
https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/114473380014194441
Doch abgesehen von der protokollarischen Begeisterung gibt es keine Hinweise darauf, dass beide mehr als ihre Nationalität gemeinsam haben. Bisher sind weder frühere Treffen noch gegenseitige Stellungnahmen zwischen Trump und Prevost dokumentiert. Und obwohl beide weltweit bekannt sind, scheinen ihre Werdegänge und Ideen in unterschiedliche Richtungen zu gehen.
Ein Pontifex mit dem Fokus auf Nähe und Reform

Prevost – nun Leo XIV. – wurde als zurückhaltender Geistlicher beschrieben, der sich auf pastorale Arbeit konzentriert. Er war viele Jahre als Missionar in Peru tätig und wurde in Rom im Kirchenrecht ausgebildet. Sein Engagement für benachteiligte Gemeinschaften und seine Unterstützung der Reformen von Papst Franziskus ordnen ihn ideologisch dem progressiveren Flügel der Kirche zu.
Trumps ambivalentes Verhältnis zum Vatikan
Trump hingegen pflegte während seiner Präsidentschaft ein ambivalentes Verhältnis zum Vatikan. In zentralen Fragen wie Einwanderung, Klimawandel oder politischer Machtanwendung geriet er offen mit Franziskus aneinander – und suggerierte sogar, der argentinische Papst sei ein „Werkzeug“ der mexikanischen Politik, nachdem dieser den Bau der Grenzmauer kritisiert hatte.
Keine Anzeichen für parteipolitisches Engagement

Leo XIV. schweigt bislang. Doch sein bisheriger Werdegang deutet nicht darauf hin, dass er sich in parteipolitische Debatten in den USA einmischen wird. Vielmehr scheint seine Mission darin zu liegen, das pastorale Erbe seines Vorgängers fortzusetzen – durch die Förderung von Einheit und Dialog innerhalb der Weltkirche.
Gemeinsamer Pass, unterschiedliche Wege
Auch wenn die gemeinsame Staatsbürgerschaft zunächst bedeutsam erscheinen mag – alles deutet darauf hin, dass der neue Papst und Trump nicht dieselbe Sprache sprechen. Und vielleicht sagt genau das mehr aus als jeder diplomatische Gruß.