Sie galt als eine der entschiedensten Gegenspielerinnen Donald Trumps: Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York. 2024 brachte sie den früheren Präsidenten in einem spektakulären Zivilprozess zu Fall. Jetzt wendet sich das Blatt. Das US-Justizministerium hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen James eingeleitet – wegen mutmaßlicher Manipulationen bei Immobilienkrediten.
Ermittlungen gegen Letitia James: Der Anfang eines juristischen Bumerangs?
Laut Washington Post und Albany Times-Union ermitteln das FBI und das US-Justizministerium wegen möglicher Fälschung von Kreditunterlagen durch Letitia James. Der Verdacht: Die Generalstaatsanwältin soll für Immobilienkäufe in New York und Virginia Unterlagen manipuliert haben, um bessere Finanzierungskonditionen zu erhalten.
Die Hinweise kamen laut Berichten von der US-Bundesbehörde für Wohnungsbaufinanzierung (FHFA), die die Unregelmäßigkeiten im April an das Justizministerium gemeldet hatte. Ein interner Vermerk der FHFA spricht von „offenbar gefälschten Dokumenten“. Die US-Justizministerin Pam Bondi bestätigte bei Fox News, dass die Vorwürfe „genau geprüft“ würden.
Die Frau, die Trump Millionen kostete

Letitia James war die treibende Kraft hinter dem Zivilverfahren gegen Donald Trump, das Anfang 2024 mit einem historischen Urteil endete. Trump wurde verurteilt, weil er den Wert seiner Immobilien über Jahre hinweg künstlich aufgeblasen haben soll – um so bessere Kredit- und Versicherungsbedingungen zu bekommen.
Zusammen mit seinen älteren Söhnen wurde er zur Zahlung von 454 Millionen US-Dollar (ca. 400 Millionen Euro) verurteilt. Für Trump war James seither eine zentrale Figur seiner „Hexenjagd“-Rhetorik – nun könnte er Genugtuung empfinden, da sich das Blatt scheinbar wendet.
Politisch motiviert oder juristisch gerechtfertigt?
Trumps Lager deutet die Ermittlungen gegen James als späte Gerechtigkeit. Kritiker warnen jedoch vor einem gefährlichen Präzedenzfall: Wird hier tatsächlich ein Justizvergehen aufgeklärt – oder ist es ein gezielter Gegenschlag im Wahljahr?
Die Washington Post spricht von der ersten strafrechtlichen Untersuchung gegen eine Justizvertreterin in direktem Zusammenhang mit einem Trump-Verfahren. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre das nicht nur ein juristischer Knall – sondern auch ein politisches Erdbeben.