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Putin und Trump bleiben Verhandlungen fern – Gespräche auf höchster Ebene platzen

Die Hoffnungen auf ein historisches Spitzentreffen zur Beendigung des Ukraine-Krieges sind vorerst geplatzt: Weder Russlands Präsident Wladimir Putin noch US-Präsident Donald Trump reisten nach Istanbul. Beide Seiten schicken Delegationen – doch echte Durchbrüche bleiben unwahrscheinlich.
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Die Bühne war bereitet, die Weltöffentlichkeit schaute nach Istanbul – doch die Hauptakteure blieben fern. Weder Kremlchef Putin noch US-Präsident Trump nahmen an den neuen Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs teil. Stattdessen schicken sie Vertreter aus der zweiten Reihe. Damit drohen die Gespräche erneut zum politischen Stillstand zu werden – trotz kleiner Fortschritte und Symbolpolitik.

Enttäuschung über Putins Abwesenheit: „Sein Krieg – sein Tisch“

Putin und Trump bleiben Verhandlungen fern – Gespräche auf höchster Ebene platzen
© Saul Loeb / AFP.

Noch am Wochenende hatte Putin selbst direkte Gespräche mit der Ukraine vorgeschlagen. Doch als es ernst wurde, zog sich der russische Präsident zurück. Stattdessen führte sein Berater Wladimir Medinski die Delegation an – ein politisches Leichtgewicht mit umstrittenem Ruf. Auch Außenminister Lawrow blieb in Moskau.

Ukrainische Erwartungen wurden damit enttäuscht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte klar gemacht: Wenn Frieden möglich sein soll, müsse Putin persönlich verhandeln. „Es ist Putins Krieg, also muss er auch Verantwortung übernehmen“, betonte er. Trotzdem reiste Selenskyj nach Ankara und zeigte sich offen für jedes Verhandlungsformat – ein Schritt, den viele als strategische Öffnung bewerten.

Auch Trump bleibt fern – Rubio übernimmt US-Vertretung

Putin und Trump bleiben Verhandlungen fern – Gespräche auf höchster Ebene platzen
© WPA Pool / Getty Images – Gizmodo.

US-Präsident Donald Trump, der seit Monaten einen schnellen Frieden verspricht, ließ seine Teilnahme ebenfalls offen – und sagte schließlich ab. Derzeit befindet er sich auf Nahostreise. Trump deutete jedoch an, eventuell am Freitag in die Türkei zu reisen – wenn es sinnvoll erscheine.

Laut der Tagesschau-Website übernahm dagegen US-Außenminister Marco Rubio die Rolle des höchsten Repräsentanten der Vereinigten Staaten.. Rubio traf sich bereits mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha, um die Friedensvision der Ukraine zu diskutieren. In Antalya nahm er zudem an Beratungen mit NATO-Partnern teil. Sein Signal: Es könne keine rein militärische Lösung geben – aber konkrete Fortschritte seien in den kommenden Tagen nötig.

Verhandlung auf mittlerer Ebene – mit wenig Substanz

Putin und Trump bleiben Verhandlungen fern – Gespräche auf höchster Ebene platzen
© Omar Marques (Getty Images) – Gizmodo.

Putins Delegation bestand neben Medinski aus hochrangigen Sicherheitsbeamten und Militärvertretern, darunter der stellvertretende Außenminister Michail Galusin, Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin und der Chef des russischen Militärgeheimdienstes Igor Kostjukow. Eine Sondersitzung am Vorabend in Moskau hatte letzte Weisungen vorbereitet – unter Teilnahme nahezu aller sicherheitspolitischen Spitzen.

Trotz dieser hochkarätigen Vorbereitung bleibt die Abwesenheit Putins ein starkes politisches Signal: Russland ist zwar zu Gesprächen bereit – aber nur zu seinen Bedingungen. Die Forderung: Verzicht der Ukraine auf NATO-Beitritt, keine Vorbedingungen, und Anerkennung russischer Kontrolle über besetzte Gebiete.

Die Ukraine hingegen betont: Waffenruhe nur mit Rückgabe verschleppter Kinder, Gefangenenaustausch und westlicher Sicherheitsgarantie.

EU-Ultimatum ignoriert – keine Waffenruhe vor Gesprächen

Ein von der EU gefordertes Ultimatum für eine 30-tägige Waffenruhe blieb ohne Reaktion. Kanzler Friedrich Merz, Präsident Macron, Premier Keir Starmer und Polens Regierungschef Tusk hatten Moskau dazu gedrängt. Stattdessen kündigte der Kreml lediglich „ernsthafte Verhandlungen“ ohne Vorbedingungen an – eine Formulierung, die Kiew als taktisches Manöver wertet.

Die Gespräche in der Türkei sollen laut russischem Außenministerium in der zweiten Tageshälfte beginnen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zuvor traf Selenskyj den türkischen Präsidenten Erdoğan, der als Gastgeber erneut seine Rolle als Vermittler zwischen Ost und West betonte.

Quelle: Tagesschau.

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