Mitten im US-Wahlkampf verkündet Donald Trump einen angeblichen Durchbruch im Ukraine-Krieg: Es gebe einen Deal mit Russland – nur die Ukraine müsse noch zustimmen. Doch Präsident Selenskyj lehnt ab, europäische Politiker schlagen Alarm, und viele fragen sich: Was steckt wirklich hinter Trumps Aussagen?
Trumps Deal – einseitiger Frieden auf Kosten Kiews?
In Washington verkündet Donald Trump selbstbewusst: „Ich glaube, wir haben einen Deal mit Russland.“ Einzige Hürde sei nun der ukrainische Präsident Selenskyj, den er für die stockenden Friedensgespräche verantwortlich macht.
Trumps Vorwurf: Selenskyjs Aussagen über die Rückeroberung der Krim würden den Krieg verlängern. Der Ex-Präsident stellt infrage, warum die Ukraine 2014 nicht militärisch gegen die Annexion der Krim vorging – und bezeichnet dies als Zeichen mangelnder Entschlossenheit.
Selenskyj reagiert deutlich: Die Ukraine werde keine verfassungswidrigen Zugeständnisse machen – auch nicht auf Druck der USA. Er verweist auf die Krim-Erklärung von 2018, in der Washington selbst Russlands Rückzug von der Halbinsel gefordert hatte.
Druck auf Kiew wächst – Kritik an Trumps Strategie

Der politische Ton verschärft sich. US-Vizepräsident JD Vance brachte jüngst ein Einfrieren der aktuellen Frontlinien ins Spiel – faktisch ein Anerkennen russischer Besatzung. Gleichzeitig drohte Trump erneut mit einem Rückzug der USA aus den Verhandlungen, sollte Kiew nicht einlenken.
Verhandlungen unter Vermittlung Saudi-Arabiens Ende März blieben erfolglos. Zwar hatte Trump nach einem Telefonat mit Putin im Februar einen „sofortigen Verhandlungsbeginn“ angekündigt, doch Moskau lehnte bisherige Vorschläge für eine bedingungslose Waffenruhe ab.
Europa zeigt klare Kante: „Diktatfrieden“ nicht akzeptabel
Die Reaktionen aus Europa sind eindeutig – und ablehnend. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt: Nicht Kiew blockiere den Frieden, sondern Moskau, das trotz neuer Angriffe weiterhin von „Verhandlungen“ spreche.
Auch aus Deutschland kommt Kritik: Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter nennt Trumps Vorschlag eine „Kapitulationsurkunde“, die die Ukraine zum Spielball russischer Interessen mache.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, sieht im Vorgehen der USA unter Trump den Beleg für eine Abkehr von westlichen Werten. „Das ist kein Friedensplan, das ist ein Diktat.“
Ein politischer Schachzug mit weitreichenden Folgen
Ob Trumps „Deal“ mit Russland real ist oder lediglich Teil seiner Wahlkampfrhetorik bleibt offen – doch die Signale sind deutlich. Kiew soll zu Zugeständnissen gedrängt werden, um den Konflikt schnell zu beenden.
Was wie ein Friedensangebot erscheint, könnte in Wirklichkeit eine geopolitische Zäsur sein – mit langfristigen Folgen für Europas Sicherheit und die Glaubwürdigkeit westlicher Bündnisse.