Donald Trump will Papst werden, verwechselt Universitäten mit Stadtvierteln und kündigt Gefängnispläne an, die stark an TV-Filme erinnern. Für den US-amerikanischen Psychologen John Gartner sind diese Aussetzer keine harmlosen Ausrutscher, sondern klare Symptome eines kognitiven Verfalls. In einem Gespräch mit BuzzFeed News Deutschland warnt er eindringlich vor Trumps Zustand – und vor dem Schweigen seines Umfelds.
Sprachverwirrung und Realitätsverlust: „Typische Symptome“

Trump habe während eines Interviews Harlem und Harvard verwechselt, anschließend beides zu einer Art Erzählung vermischt – ein für Demenz typisches „Verknüpfen von irrelevanten Assoziationen“, sagt Gartner. Auch seine Wortfindungsstörungen seien besorgniserregend: Aus „Missiles“ wird „Mishas“, aus „Christmas“ „Krishas“.
Diese Art von Fehlern wird in der Neurologie als phonemische Paraphasie bezeichnet – ein häufiges Merkmal bei Demenzpatient:innen, verbunden mit dem Verlust sprachlicher Kontrolle.
Popkultur als Entscheidungshilfe?
Besonders alarmierend sei Trumps sprunghaftes Denken. Als Beispiel nennt Gartner die Ankündigung, das Alcatraz-Gefängnis wieder zu eröffnen – nur einen Tag nachdem im TV der Film Flucht aus Alcatraz ausgestrahlt wurde. „Er trifft Entscheidungen scheinbar auf Grundlage dessen, was er zuletzt gesehen hat.“
Auch Trumps ständige Nutzung „emotionalisierender Superlative“ – wie „großartig“, „historisch“, „bedeutend“ – ohne konkrete Inhalte sei typisch für Demenzkranke, die sich an gefühlsbetonte, aber vage Begriffe klammern.
Kognitive Schwäche trifft auf narzisstische Störung

Gartner vermutet bei Trump nicht nur Demenz, sondern auch eine maligne narzisstische Persönlichkeitsstörung – eine Mischung aus Narzissmus, Paranoia, Soziopathie und Sadismus. Die Kombination sei „hochgradig gefährlich“, da sie Trumps Impulsivität und Machtwille zusätzlich verstärke.
Trump sei unberechenbarer geworden, sagt Gartner, und sein Umfeld traue sich nicht mehr, ihn zu korrigieren. In einem „System der Angst“ bleibe seine Dominanz unangetastet – selbst wenn seine geistige Leistungsfähigkeit nachlasse.
Warum niemand eingreift – und was „Duty to warn“ fordert
Trotz der besorgniserregenden Anzeichen bleibe Trump politisch unangetastet. Warum? Laut Gartner spielen drei Faktoren zusammen:
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Er wirkt nach außen weiter wie ein „starker Verkäufer“.
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Sein Umfeld profitiert von der Macht und schaut bewusst weg.
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Niemand traut sich, ihn offen zu korrigieren.
Die von Gartner gegründete Initiative „Duty to warn“ hat inzwischen mehr als 3.000 Ärzt:innen hinter sich. Sie verstoßen bewusst gegen die Goldwater-Regel, die psychiatrische Ferndiagnosen untersagt – und berufen sich stattdessen auf die ethische Pflicht zur öffentlichen Warnung.
Quelle: FR.