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TÜV-Schock: Millionen Autofahrer könnten bald doppelt zahlen müssen

Ein neues Gesetz könnte für über 16 Millionen Autofahrer in Deutschland drastische Folgen haben: Statt wie bisher alle zwei Jahre, müssten ältere Fahrzeuge künftig jährlich zum TÜV – und das bedeutet deutlich höhere Kosten. Was hinter der geplanten Änderung steckt und warum Kritiker Alarm schlagen.
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Wer in Deutschland ein Auto besitzt, kennt das Ritual: Alle zwei Jahre steht die Hauptuntersuchung an, verbunden mit Hoffen und Bangen. Doch nun bahnt sich eine bedeutende Veränderung an. Eine neue EU-Vorgabe könnte die Prüfintervalle für ältere Autos verkürzen – und damit die Kosten für Millionen Fahrer massiv erhöhen. Welche Hintergründe es gibt und was Kritiker befürchten, zeigt ein genauer Blick auf die Pläne.

Kostenexplosion beim TÜV: Wen es trifft und warum

TÜV-Schock: Millionen Autofahrer könnten bald doppelt zahlen müssen
© Unsplash – Ibrahim Boran.

Wie inside-digital angibt, in Deutschland sind rund 50 Millionen Pkw registriert, ihr Durchschnittsalter liegt bei etwa 10,3 Jahren. Besonders betroffen von der geplanten Änderung wären Fahrzeuge, die zehn Jahre oder älter sind – immerhin rund 16,2 Millionen Stück. Laut Entwurf der EU-Kommission sollen diese Autos künftig jährlich zur Hauptuntersuchung erscheinen müssen. Bisher werden etwa 150 Euro fällig – künftig könnte sich diese Summe für viele verdoppeln.

Ein Blick nach Spanien zeigt, was droht: Dort besteht bereits seit Anfang der 2000er-Jahre eine jährliche TÜV-Pflicht für ältere Fahrzeuge. In der Folge ging die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2000 und 2020 um 44 Prozent zurück, was teilweise auf die strengeren Prüfungen zurückgeführt wird. Kritiker warnen jedoch davor, diesen Rückgang ausschließlich den Inspektionen zuzuschreiben – Maßnahmen wie Tempolimits oder technische Fortschritte hätten ebenso eine große Rolle gespielt.

EU-Begründung und Kritik: Geht es wirklich nur um Sicherheit?

TÜV-Schock: Millionen Autofahrer könnten bald doppelt zahlen müssen
© Unsplash – Markus Spiske.

Offiziell will die EU-Kommission mit der jährlichen Prüfung die Verkehrssicherheit erhöhen. Ältere Autos seien häufiger in Unfälle verwickelt und stießen mehr Schadstoffe aus. Man rechne mit einem Rückgang der Verkehrstoten um etwa ein Prozent. Auch wenn technische Defekte nur selten die Unfallursache seien, könne eine intensivere Kontrolle einen Unterschied machen, heißt es aus Brüssel.

Der ADAC sieht das anders: Die bestehende zweijährige Untersuchung sei ausreichend und gesellschaftlich etabliert. Eine jährliche TÜV-Pflicht halte man für unnötig und befürchtet eine sinkende Akzeptanz in der Bevölkerung, vor allem wegen der erheblichen Mehrkosten für die Autofahrer.

Der wahre Plan? Kritische Stimmen über die E-Auto-Förderung

Hinter den neuen TÜV-Plänen vermuten viele Kritiker allerdings andere Ziele. Durch strengere Vorgaben könnten ältere Benziner und Diesel schneller aus dem Verkehr gezogen werden, was wiederum den Absatz von Elektroautos ankurbeln würde. Der Gedanke: Wer ein älteres Auto besitzt, könnte sich künftig lieber für ein neues E-Auto entscheiden, um den drohenden jährlichen TÜV-Stress zu vermeiden. Sicherheit wäre dann nur das vorgeschobene Argument für eine beschleunigte Verkehrswende.

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