Die Insolvenzwelle in Deutschland reißt nicht ab. Wirtschaftliche Unsicherheiten, Handelskonflikte und steigende Betriebskosten fordern weitere Opfer – diesmal trifft es ein traditionsreiches Autohaus. Ein bitteres Kapitel für die Region Nienburg und die angeschlossenen Städte.
Insolvenzschock: Autohaus Am Damm stellt Betrieb ein
Am 1. April 2025 hat das Autohaus Am Damm offiziell Insolvenz angemeldet. Bereits am 27. März wurde der Werkstattbetrieb an den drei Standorten in Nienburg, Sulingen und Hannover eingestellt, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte.
Das Amtsgericht Walsrode eröffnete noch am selben Tag das Insolvenzverfahren.
Die Insolvenz trifft ein Unternehmen mit langer Geschichte: Gegründet 1933, war das Autohaus einer der ersten deutschen Hyundai-Händler. Seit 1993 betrieb man in Nienburg eine Hyundai-Vertriebs- und Servicefiliale, 2004 folgte ein weiterer Standort in Sulingen. Im Angebot: Fahrzeuge der Marken Hyundai, Fiat Professional sowie Reisemobile von Chausson und Laika.
Von Optimismus zu Ernüchterung: Der gescheiterte Investorenplan

Noch im Januar 2025 zeigte sich Geschäftsführer Peter Richter zuversichtlich. Man führe vielversprechende Gespräche mit Investoren und wolle alle Standorte erhalten, hieß es damals gegenüber der Mediengruppe Kreiszeitung.
Doch die wirtschaftlichen Realitäten haben die Pläne offenbar zunichtegemacht – eine Zukunftsperspektive für das Autohaus gibt es bislang nicht.
Insolvenzwelle in Deutschland: Keine Branche bleibt verschont
Das Schicksal des Autohauses Am Damm steht exemplarisch für die aktuelle Wirtschaftslage. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Regelinsolvenzen im März 2025 um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2024 waren bereits mehr als 21.800 Insolvenzanträge registriert worden – ein Anstieg von über 22 Prozent im Vergleich zu 2023.
Die Industrie- und Handelskammern schlagen Alarm: Besonders kleine und mittlere Unternehmen berichten von massiven Liquiditätsengpässen. Volker Treier, Chefanalyst des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), warnt: „Die Krise zieht sich, und immer mehr Betrieben geht die Luft aus.“ Ohne deutliche Entlastungen könnten weitere Insolvenzen folgen.