In vielen Haushalten ist das Auto unverzichtbar – besonders ältere Fahrzeuge leisten oft noch treue Dienste. Doch bald könnte sich für Millionen Autobesitzer in der EU etwas ändern: Die Kommission in Brüssel will ältere Autos ab einem Alter von zehn Jahren jedes Jahr zum TÜV schicken. Was dahinter steckt und welche Auswirkungen das auf deutsche Fahrer haben könnte, erfahren Sie hier.
Warum die EU auf häufigere TÜV-Termine setzt

Der Vorschlag der EU-Kommission zielt auf mehr Sicherheit und weniger Emissionen ab. Ältere Fahrzeuge gelten als anfälliger für technische Defekte und sind laut Studien häufiger in Unfälle verwickelt. Zudem verursachen sie mehr Schadstoffe als neuere Modelle.
Brüssel rechnet damit, dass eine jährliche Prüfung für ältere Pkw und Transporter die Zahl der Unfallopfer europaweit um rund ein Prozent senken könnte. Besonders betont wird dabei, dass der technische Zustand von Fahrzeugen zwar selten Hauptursache von Unfällen sei, aber gerade bei älteren Modellen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss habe – insbesondere, wenn es um die Verkehrssicherheit geht.
Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

In Deutschland gilt bislang eine andere Regelung: Die Hauptuntersuchung (HU) ist alle zwei Jahre fällig – egal ob das Auto fünf, zehn oder zwanzig Jahre alt ist. Für Neuwagen steht der erste TÜV-Termin sogar erst nach drei Jahren an.
Die mögliche Einführung einer jährlichen Kontrolle für ältere Autos würde also eine klare Verschärfung bedeuten – mit Auswirkungen auf Kosten und Organisation für Halter betagter Fahrzeuge. Wer seine TÜV-Frist in Deutschland versäumt, muss ohnehin schon mit Bußgeldern rechnen. In anderen EU-Staaten wie Frankreich oder Italien ist die jährliche Prüfung für ältere Autos längst Pflicht.
Was als Nächstes passiert

Bevor der Vorschlag zum Gesetz wird, müssen noch das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten zustimmen. Es bleibt also abzuwarten, ob Deutschland und andere Länder diesen Vorstoß unterstützen oder auf bestehende nationale Regelungen pochen. Klar ist: Die Diskussion über mehr Sicherheit und weniger Emissionen dürfte noch lange nicht abgeschlossen sein.