Nach Jahrzehnten wachsender Spannungen und verdeckter Operationen aktivierte Israel eine seiner ehrgeizigsten Offensiven gegen den Iran. Die unter den Codenamen „Blutige Hochzeit“ und „Narnia“ laufende Operation kombinierte Raketen, Drohnen und eingeschleuste Agenten, um nukleare Einrichtungen zu zerstören und zentrale Figuren des iranischen Regimes auszuschalten. Mit millimetergenauer Präzision wurde ein Plan umgesetzt, der jahrelang vorbereitet worden war.
Die lange Vorgeschichte eines geheimen Kriegs

Die Wurzeln des Angriffs reichen bis in die 1990er-Jahre zurück, als israelische Geheimdienste erste Hinweise auf das iranische Atomprogramm entdeckten. Der Mossad begann daraufhin, ein weitverzweigtes Netzwerk im Landesinneren aufzubauen – mit eingeschleusten Spionen und gezielter Datensammlung. Parallel dazu trainierte die israelische Luftwaffe Angriffe auf Langstreckenziele, etwa im Rahmen der Übung „Der prächtige Spartaner“ in Griechenland.
Mehrmals stand Israel kurz vor einem Angriff, wurde jedoch aus Furcht vor einem regionalen Krieg zurückgehalten. Nach den Hamas-Angriffen von 2023 änderte sich die Strategie: Syrien wurde destabilisiert, die Bedrohung durch die Hisbollah eingedämmt und die Überwachungskapazitäten in Iran massiv ausgebaut.
Eine Tarnung aus Hochzeit und diplomatischem Theater

Die endgültige Entscheidung fiel am 9. Juni. Um jeden Verdacht zu vermeiden, inszenierte Premierminister Benjamin Netanjahu die Hochzeit seines Sohnes als Ablenkung. Parallel ließ er über die Medien ein angebliches diplomatisches Zerwürfnis mit den USA verbreiten – um den Eindruck zu erwecken, Israel würde ohne amerikanische Unterstützung nicht angreifen.
Am frühen Morgen des 13. Juni begann die Operation: Raketen, Drohnen und Spezialeinheiten schlugen gleichzeitig zu. Neun führende Nuklearwissenschaftler und ein Großteil der iranischen Militärführung wurden eliminiert. Ironischerweise hatten sich die iranischen Spitzenkräfte wegen einer kurzfristigen Planänderung in einem einzigen Gebäude versammelt – und wurden so leicht zum Ziel. Parallel wurde die Operation „Narnia“ gestartet, um Nuklearanlagen und Raketenstellungen zu zerstören.
Die Tage, die Teheran erschütterten
In den darauffolgenden Stunden und Tagen neutralisierte Israel systematisch die iranische Luftabwehr, Radarstationen und Boden-Boden-Raketen. Über 250 vorher festgelegte Ziele wurden angegriffen – viele davon basierten auf monatelanger Vorarbeit des Mossad. Im Vorfeld waren Drohnenteile, Waffen und Munition verdeckt ins Land eingeschleust worden.
Die erste Phase des Angriffs dauerte rund vier Stunden. In den folgenden zwölf Tagen wurden gezielte Folgeangriffe durchgeführt. Laut israelischen Quellen wurde ein Großteil der militärischen Schlagkraft Irans zerstört.
Ein neuer Abschnitt im Schattenkrieg
Die Zukunft ist ungewiss: Der Iran ist geschwächt, aber nicht besiegt. Die Welt blickt angespannt auf mögliche Gegenreaktionen. Doch die Botschaft ist eindeutig: Der verdeckte Krieg zwischen Israel und Iran hat eine neue, offene Dimension erreicht.