Griechenland im April – normalerweise ein Ort voller Frühlingsduft, milder Brisen und sonnenverwöhnter Tage. Doch derzeit zeigt sich das Land von einer ganz anderen Seite. Ein plötzlicher Wintereinbruch hat große Teile des Landes unter einer weißen Decke verschwinden lassen. Der Kontrast zu den noch vor wenigen Wochen herrschenden Hitzewellen könnte kaum größer sein. Und die Auswirkungen spüren viele direkt – von geschlossenen Schulen bis zu gesperrten Straßen.
Plötzlicher Wettersturz: Von der Hitze in den Frost

Noch vor wenigen Wochen kämpfte Griechenland mit ungewöhnlich hohen Temperaturen und schweren Unwettern. Jetzt sorgt ein unerwartetes Kälte-Tief für Temperaturstürze von über 20 Grad in der Nacht. Besonders betroffen ist der Norden des Landes: In der Umgebung von Thessaloniki wurden am frühen Morgen sogar Minustemperaturen gemessen.
Die Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien berichten von intensiven Schneefällen, die viele Menschen kalt erwischt haben. Besonders die Orte Florina, Prespes und Amyntaio mussten reagieren – dort blieben am Montag, dem 7. April, sämtliche Schulen geschlossen.
Schnee bis in tiefergelegene Regionen – und Verkehrschaos am Morgen
In den Bergregionen Griechenlands wurde stellenweise eine Schneehöhe von über einem Meter gemessen. Das brachte nicht nur zahlreiche Fahrzeuge zum Stillstand, sondern führte auch zu kurzzeitigen Stromausfällen.
Selbst Straßen, die normalerweise nur selten geräumt werden müssen, waren betroffen. Am Montagmorgen waren einige Strecken nur mit Schneeketten befahrbar. Inzwischen hat sich die Verkehrslage dank Räum- und Streufahrzeugen wieder etwas entspannt.
Das Besondere: Auch tiefer gelegene Gebiete und Küstenregionen, die sonst eher mild durch den Winter kommen, meldeten dieses Mal überraschenden Schneefall.
Frühling am Tag, Winter in der Nacht
Was die Situation noch absurder erscheinen lässt: Tagsüber steigen die Temperaturen wieder auf über zehn Grad, teilweise sogar deutlich höher. So entsteht ein krasser Wetterkontrast, der für viele Bewohnerinnen und Bewohner kaum greifbar ist.
In den sozialen Medien machen inzwischen zahlreiche Bilder und Videos die Runde, die schneebedeckte Straßen, zugefrorene Dächer und schneeverhangene Bäume zeigen – mitten im April, wo man eigentlich Blüten und Sonnenschein erwartet.
In Thessaloniki liegt die durchschnittliche Temperatur um diese Jahreszeit sonst bei 14 bis 19 Grad. Dieses Jahr ist alles anders.
Kein Einzelfall – doch immer noch ungewöhnlich

Zwar ist Griechenland nicht völlig fremd gegenüber Schnee, besonders in höheren Lagen. Doch ein Wintereinbruch dieser Stärke und zu diesem Zeitpunkt im Jahr ist selbst für ein Land mit vielfältigem Klima ungewöhnlich.
In den letzten Jahren kam es zwar immer wieder zu kurzen Schneeperioden, doch meist beschränkten sie sich auf den Hochwinter – nicht auf den April.
Während der Norden unter Schneemassen versinkt, bleibt es auf der beliebten Urlaubsinsel Kreta frühlingshaft mild bei rund 22 Grad. Der Kontrast innerhalb des Landes ist derzeit extrem – und verdeutlicht einmal mehr, wie unberechenbar das Wetter geworden ist.
Ausblick: Wann kehrt der Frühling zurück?
Die Wetterdienste gehen davon aus, dass die nächtlichen Tiefsttemperaturen zumindest bis zur Wochenmitte anhalten werden. In den Bergregionen bleibt es winterlich, doch für viele andere Teile des Landes sind bald wieder mildere Bedingungen in Sicht.
Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack: Die extremen Gegensätze zwischen Hitze, Unwetter und plötzlichem Schnee verdeutlichen die zunehmende Unberechenbarkeit des Klimas – selbst in Regionen, die einst als „wetterstabil“ galten.
Quelle: www.fr.de