Der Kursrutsch folgt auf ein düsteres Wochenende an den internationalen Börsen. Bereits am Freitag hatten die US-Märkte tiefrot geschlossen, und in der Nacht zum Montag setzte sich die Abwärtsbewegung an der Tokioter Börse mit dem Nikkei fort. Der DAX rutschte zum Start auf 18.533 Punkte ab – ein Schock für viele Anleger, der sich quer durch alle Branchen zieht: Alle 40 im Index gelisteten Unternehmen notierten im Minus.
Rheinmetall, Siemens Energy und MTU besonders hart getroffen
Besonders heftig hat es den Rüstungskonzern Rheinmetall erwischt: Mit einem Kursverlust von 26,7 % steht das Unternehmen ganz unten in der DAX-Rangliste. Auch Siemens Energy – Muttergesellschaft der spanischen Windkrafttochter Gamesa – musste kräftig Federn lassen und verlor 14 %. Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines büßte ebenfalls 12 % ein.
Analysten sprechen von einem regelrechten Ausverkauf, bei dem die Stimmung unter den Anlegern komplett gekippt sei. „Die Angst vor einer massiven Eskalation der Handelsstreitigkeiten dominiert derzeit alles“, so ein Marktbeobachter in Frankfurt. „In solchen Momenten zählt keine Bilanz mehr – es geht nur noch darum, Verluste zu begrenzen.“
Italienische Börse rutscht ebenfalls stark ab
Auch in Italien ist der Wochenstart an der Börse alles andere als ruhig verlaufen. Der Mailänder Aktienindex FTSE MIB fiel bereits kurz nach Handelsbeginn um fast 7 % auf 32.290,98 Punkte. Dabei hatte er den Tag zunächst mit einem moderaten Minus von 1,37 % begonnen – doch schon wenige Minuten später nahm der Abwärtstrend deutlich Fahrt auf.
Die größten Verlierer kamen auch hier aus dem Finanzsektor: Bper Banca verlor 10,46 %, dicht gefolgt von der Banca Popolare di Sondrio (-10,33 %) und der Banca Monte dei Paschi di Siena (-10,26 %). Auch außerhalb des Bankensektors gab es kräftige Verluste, wie beim Nutzfahrzeughersteller Iveco, der ebenfalls über 10 % einbüßte.

Zölle, Gegenzölle – und ein Markt im Ausnahmezustand
Der Auslöser der aktuellen Talfahrt liegt klar auf der Hand: Die Vereinigten Staaten haben neue Strafzölle gegen chinesische Produkte angekündigt, auf die Peking nun mit eigenen Maßnahmen reagieren will. Details zu den chinesischen Gegenmaßnahmen wurden bislang nicht veröffentlicht, doch allein die Ankündigung hat genügt, um weltweit Alarmstimmung auszulösen.
Die Märkte fürchten nicht nur unmittelbare Folgen für den internationalen Handel, sondern auch eine mögliche Ausweitung des Konflikts auf weitere Wirtschaftsbereiche. Besonders exportorientierte Unternehmen – wie viele der im DAX gelisteten Konzerne – geraten dadurch unter massiven Druck.
Keine Trendwende in Sicht
Trotz der herben Verluste sehen Experten aktuell keine klare Entwarnung. Im Gegenteil: Viele rechnen mit einer anhaltenden Volatilität und weiteren Kursverlusten in den kommenden Tagen. „Solange die Fronten zwischen Washington und Peking verhärtet bleiben, bleibt das Risiko hoch“, heißt es aus Analystenkreisen.
Der heutige Handelstag könnte also nur der Anfang einer längeren Abwärtsbewegung sein – es sei denn, es kommt zu einer überraschenden politischen Annäherung. Doch damit rechnet aktuell kaum jemand.
Quelle: www.dw.com