Elon Musk wollte als Sonderberater Donald Trumps die US-Regierung effizienter machen. Statt Milliarden zu sparen, reißen die Massenentlassungen ein gewaltiges Finanzloch in den Staatshaushalt. Nun kehrt Musk zu seinem angeschlagenen Unternehmen Tesla zurück – und hinterlässt ein teures Chaos in Washington.
Zwischenbilanz der Entlassungen: Milliardenschäden statt Einsparungen
Eigentlich sollte das „Departement of Government Efficiency“ (Doge), angesiedelt im Weißen Haus, die Verwaltung entschlacken. Elon Musk, persönlicher Trump-Verbündeter und Top-Spender des Wahlkampfs, führte die massive Entlassungswelle an – und scheiterte krachend.
Laut Recherchen der New York Times kosten Abfindungen, Wiedereinstellungen, Gerichtskosten und Produktivitätsverluste den Staat inzwischen rund 135 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verfehlt Musk sein ambitioniertes Sparziel deutlich: Statt der versprochenen Einsparungen von bis zu zwei Billionen Dollar brachte seine Aktion nur etwa 150 Milliarden Dollar ein.
Max Stier, Chef der gemeinnützigen Organisation Partnership for Public Service, resümierte:
„Musk übertreibt nicht nur maßlos die angeblichen Einsparungen – er ignoriert auch die enormen Folgekosten, die er verursacht.“
Entlassungswelle mit fatalen Folgen
Die Liste der Pannen ist lang:
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Übereilte Kündigungen: Rund ein Viertel der 100.000 entlassenen Staatsbediensteten klagte sich erfolgreich zurück in den Dienst. Unter den Fehlentscheidungen: Entlassungen wichtiger Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde – mitten im Kampf gegen die Vogelgrippe, was die Lebensmittelpreise explodieren ließ.
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Verlust hochqualifizierter Experten: Besonders tragisch: Der Rausschmiss von Nachwuchskräften und hochspezialisierten Fachleuten etwa bei der National Nuclear Security Administration. Die Ausbildung dieser Experten kostete den Staat teils Millionenbeträge.
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Einbußen beim Finanzamt: Beim Internal Revenue Service (IRS) wurden 22.000 Mitarbeiter entlassen, was allein im kommenden Jahr Steuerausfälle von 8,5 Milliarden Dollar verursachen dürfte.
Kevin Carroll, ehemaliger CIA-Mitarbeiter und Anwalt entlassener Beamter, fasst zusammen:
„Hier wurden Summen verschwendet, die sonst für ein komplettes Baseball-Team reichen würden.“
Musk zieht sich zurück – Rückkehr zu Tesla
Angesichts der katastrophalen Zwischenbilanz schränkt Donald Trump Musks Rolle ein. Künftig soll er nur noch ein bis zwei Tage pro Woche für „Doge“ tätig sein, um sich verstärkt seinem kriselnden Unternehmen Tesla zu widmen.
Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den Staatsapparat radikal zu verkleinern – Musk sollte diesen Plan umsetzen. Sein Versprechen: „Ich werde den Stall ausmisten.“ Dazu setzte Musk auf drastische Methoden, darunter KI-gestützte Bewertungsverfahren und rigide Forderungen an Bundesangestellte.
Doch trotz aller Härte zeigt sich: Von den 2,4 Millionen zivilen Bundesbediensteten wurden zwar rund 10 Prozent getroffen, doch die langfristigen Folgen könnten die US-Steuerzahler noch viele Jahre belasten.