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Welt

„Wir brauchen dich, Elon“: Vorwürfe, internes Chaos und eine Starship am Rande des Scheiterns bei SpaceX

Nur wenige Tage vor dem neunten Starship-Testflug spitzt sich die Lage bei SpaceX dramatisch zu. Vorwürfe über Missmanagement, unhaltbare Arbeitsbedingungen und eine demoralisierte Belegschaft führen dazu, dass ehemalige Mitarbeitende die Rückkehr von Elon Musk fordern. Kann eine Rede noch die Wende bringen?
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Lesezeit 2 Minuten

Ein Unternehmen, das innerlich zerfällt

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© Unsplash – nader saremi.


Der Countdown für den neunten Testflug der Starship läuft – doch statt Spannung herrscht in Starbase Unsicherheit. Nach zwei spektakulären Fehlstarts und einer Flut an Vorwürfen scheint SpaceX in einer tiefen Krise zu stecken. Ehemalige Mitarbeitende berichten von einer toxischen Arbeitskultur, Sicherheitsmängeln und einer abwesenden Führung.

Wie das Portal Xataka berichtet, machen insbesondere Morgan Wyatt Khan und Dylan Small öffentlich auf alarmierende Missstände aufmerksam. Auf der Plattform X schildern sie ein zunehmend feindliches und gefährliches Arbeitsumfeld – von Kontakt mit flüssigem Stickstoff bis hin zu menschlichen Exkrementen in den Raketen. Ein logistischer Albtraum, fern jeder Hightech-Vision.

Khan, ehemals im Triebwerksbereich tätig, verließ seinen Job wegen eines „widerwärtigen und demoralisierenden“ Führungsstils. Er berichtet von technischen Fahrlässigkeiten, Diebstahl und mangelndem Sicherheitsbewusstsein. Small, zuvor in den Programmen Falcon 9 und Starship aktiv, wurde während seiner Tätigkeit mit Tuberkulose infiziert – ohne jegliche Unterstützung durch das Unternehmen, wie er sagt.

„Die Moral ist am Boden“ – ein Hilferuf vor Flug Nummer 9

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© Unsplash – Abdullah Guc.


Die Lage scheint ihren Tiefpunkt erreicht zu haben. Small beschreibt eine nie dagewesene Fluktuation und meint: „Viele Veteranen erkennen SpaceX nicht wieder.“ In einem offenen Appell an Elon Musk fordert er: „Komm zurück. Sprich mit deinem Team. Geh durch die Hallen. Die Mission zählt noch – aber wir brauchen jemanden, der uns daran erinnert, warum.“

Musk reagierte prompt und kündigte an, kommende Woche in Starbase eine Rede zu halten – kurz vor dem für den 21. Mai geplanten Flug. Doch viele fragen sich: Wird seine bloße Anwesenheit ausreichen, um ein strukturelles Zerbrechen aufzuhalten?

Zwischen Politik, Mikromanagement und Trümmern

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© Unsplash – Sven Piper.


Die Lage verschärft sich zusätzlich, da Musk zunehmend in politische Themen eingebunden ist – und damit bei SpaceX abwesend wirkt. Sein Führungsstil, der oft als extremes Mikromanagement kritisiert wird, scheint der Belegschaft kaum Orientierung zu bieten. Inzwischen leidet SpaceX nicht nur unter technischen Rückschlägen, sondern auch unter einem moralischen Kollaps.

Flug Nummer 9 gilt als entscheidend. Nach den Fehlversuchen von Flug 7 und 8 muss der neue Prototyp liefern, um Hoffnung zu säen. Doch selbst wenn die Rakete diesmal abhebt – das eigentliche Problem liegt tiefer. Vertrauen lässt sich nicht mit einer einzigen Rede wiederherstellen.

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