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Geschichten

Polnische Schatzsucher entdecken episches zweihändiges Mittelalterschwert

Eine archäologische Sensation: Perfekt erhaltene Waffe aus dem Spätmittelalter entdeckt
Von Adam Kovac Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Wenn sich eine Gruppe von Hobby-Schatzsuchern Ende Januar in Polen auf eine Expedition begab, hatten sie keine Ahnung, was sie finden würden. Bei früheren Ausflügen, ausgestattet mit Metalldetektoren, stießen sie bereits auf faszinierende Fundstücke, darunter Münzen aus dem 13. Jahrhundert aus der Karolingerzeit. Doch diesmal war ihr Fund wirklich monumental: ein riesiges, zweihändiges Schwert aus dem Mittelalter.

Die gigantische Klinge, die eindeutig für den Gebrauch mit beiden Händen gedacht war, wurde zusammen mit zwei Äxten im polnischen Landkreis Nowomiejskie entdeckt. Die Entdeckung machten Mitglieder der Gruppe GRYF – Biskupieckie Stowarzyszenie Detektorystyczne, was Google als „Diözesanes Detektionsverein“ übersetzt. Klingt vielleicht erstmal wie eine Gruppe von Hobby-Detektiven, doch in Wirklichkeit handelt es sich um ein Team leidenschaftlicher Geschichts- und Schatzsucher.

Ein Club für wahre Geschichts-Fans

Diese Truppe scheint ziemlich cool zu sein: Auf ihrer Facebook-Seite kündigten sie sogar eine Schatzsuche nach Napoleons Artefakten an. Falls du also mal in Polen bist, solltest du dir das nicht entgehen lassen. Neben ihren Ausgrabungen leisten sie auch wertvolle Arbeit in der Gemeinschaft, wie zum Beispiel die Aufräumaktion eines vergessenen jüdischen Friedhofs im November in der Nähe von Lubawa.

Die Schatzsuche im Januar wurde in Zusammenarbeit mit dem Ostroda-Museum durchgeführt, das die Waffen bald in seine Dauerausstellung aufnehmen wird. „Wir beginnen mit der Sicherung der Funde. Vor der eigentlichen Konservierung werden die Waffen einer Reihe von Röntgenuntersuchungen unterzogen“, erklärte das Museum auf seiner Facebook-Seite. „Noch in diesem Jahr planen wir, die Fundstücke als Teil unserer Dauerausstellung zu präsentieren.“

Ein Schwert, wie aus einer Legende

Das Schwert misst knapp 1 Meter (3,2 Fuß) und ist, wie nicht anders zu erwarten, stark verrostet. Dennoch ist es erstaunlich gut erhalten: Klinge, Knauf und Griff sind komplett intakt. Auch die Axtköpfe sind in einem ähnlich guten Zustand, wenngleich nicht mehr ganz vollständig.

Über die genaue Herkunft der Waffen gibt es bisher wenige Informationen, da das Museum weder das genaue Alter noch die früheren Besitzer bestimmt hat. Klar ist nur, dass sie aus dem Mittelalter stammen – eine ziemlich weit gefasste Zeitspanne von rund 1.000 Jahren (5. bis 15. Jahrhundert). Laut einer Studie von Anna Kowalska-Pietrzak von der Universität Lodz war Polen damals von verschiedenen slawischen Stämmen bewohnt, wobei es im 15. Jahrhundert zu einem Einfall der Deutschen Ordensritter kam.

Laut Archaeology News erinnert das Design des Schwertes an sogenannte „Anderthalbhänder“, die in Westeuropa während des Spätmittelalters beliebt waren. Diese Waffen wurden speziell dafür entwickelt, um Rüstungen zu durchbohren. Experten vermuten, dass das Schwert und die Äxte jahrhundertelang im Wasser des nahegelegenen Osa-Flusses lagen, was zu ihrer erstaunlich guten Erhaltung beigetragen haben könnte.

Also, Leute: Manchmal lohnt es sich, das Smartphone beiseitezulegen und raus in die Natur zu gehen – wer weiß, was ihr dort finden könnt!

 

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