Zum Inhalt springen
Earther

Politisches Beben in Bukarest: Warum Rumäniens Premier plötzlich das Handtuch wirft

Nach einem überraschenden Wahlausgang zieht Rumäniens Regierungschef die Konsequenzen. Was steckt hinter seinem Rücktritt – und was bedeutet das für die Zukunft des Landes?
Von

Lesezeit 1 Minute

Rumänien steht vor einer politischen Zäsur: Premierminister Marcel Ciolacu hat seinen Rücktritt angekündigt. Auslöser ist das enttäuschende Abschneiden des Regierungskandidaten bei der Präsidentschaftswahl. Die politische Landschaft des Landes könnte sich nun grundlegend verändern.

Regierungschef Ciolacu tritt zurück: Ein politisches Erdbeben

Politisches Beben in Bukarest: Warum Rumäniens Premier plötzlich das Handtuch wirft
© Daniel Mihailescu/AFP via Getty Images.

Der sozialdemokratische Premierminister Rumäniens, Marcel Ciolacu, hat nach dem enttäuschenden Abschneiden seines Regierungskandidaten Crin Antonescu bei der Präsidentschaftswahl seinen Rücktritt angekündigt. Antonescu verpasste mit 20,07 % der Stimmen den Einzug in die Stichwahl am 18. Mai, in der nun der ultranationalistische George Simion und der proeuropäische Bukarester Bürgermeister Nicușor Dan gegeneinander antreten werden.

Ciolacu erklärte, dass die regierende Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und der ungarischen Minderheitspartei angesichts der Wahlergebnisse keine Legitimität mehr habe. Er betonte, dass er lieber selbst zurücktrete, bevor ihn der künftige Präsident ersetze.

Ein Rechtsruck mit Folgen: Simion auf dem Vormarsch

George Simion, Vorsitzender der rechtsnationalen Partei AUR, gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahl mit rund 41 % der Stimmen. Sein Erfolg wird als Zeichen für einen politischen Rechtsruck in Rumänien gewertet. Simion tritt für eine nationalistische Agenda ein und hat sich kritisch gegenüber der EU und der Unterstützung für die Ukraine geäußert.

Sein Kontrahent in der Stichwahl, Nicușor Dan, erhielt knapp 21 % der Stimmen und gilt als proeuropäischer Reformer. Die bevorstehende Stichwahl wird als richtungsweisend für die zukünftige Ausrichtung Rumäniens betrachtet.

Quelle: Zeit.

Diese Geschichte teilen