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Welt

Eine Reise, die alle seine Vorurteile überwand: Was ein Athlet in Nordkorea fand und nicht erwartete

Als er nach Nordkorea reiste, um an einem Wettkampf teilzunehmen, dachte er, er würde eine verschlossene und feindliche Welt vorfinden. Doch die Autos, die Sportkleidung und sogar das Essen ließen ihn an allem zweifeln, was er zu wissen glaubte. Was er dort entdeckte, weckte in ihm den Wunsch zurückzukehren.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Ein Marathon, ein unbekanntes Land

Das Bild von Nordkorea ist häufig von Verschwiegenheit, extremem Kontrollzwang und Misstrauen gegenüber dem Ausland geprägt. Ein sportliches Ereignis bot jedoch jüngst eine unerwartete Erfahrung für einen seiner Teilnehmer. Der Pyongyang-Marathon wurde für den rumänischen Athleten Stefan Gavril zu mehr als nur einem Wettlauf: Es war ein Fenster in ein Land, das in vielerlei Hinsicht seine Erwartungen herausforderte.

Seit das nordkoreanische Regime nach der Pandemie einige seiner Beschränkungen gelockert hat, werden wieder internationale Veranstaltungen abgehalten. Eine davon war der Pyongyang-Marathon, bei dem etwa 200 Läufer aus verschiedenen Ländern an den Start gingen, darunter der Rumäne Stefan Gavril, der den 11. Platz mit einer Zeit von 2 Stunden, 19 Minuten und 50 Sekunden belegte.

Positive Eindrücke trotz Kontrolle

Abgesehen vom sportlichen Ergebnis war das prägendste Merkmal seiner Reise der Kontrast zwischen seiner vorherigen Vorstellung von dem Land und dem, was er während seines kurzen, aber aufschlussreichen Aufenthalts erlebte. Gavril, der Erfahrung in Leichtathletikvereinen in Rumänien und Frankreich hat, erwartete eine feindliche und völlig verschlossene Atmosphäre. Doch die ersten Eindrücke waren anders: Straßen mit Autos westlicher Marken, Athleten in Adidas-Kleidung und Sporteinrichtungen, die er als „sehr gut“ bezeichnete.

Trotz der positiven Überraschungen bemerkte Gavril die strenge Überwachung, die im nordkoreanischen Alltag fortbesteht. Besonders, so berichtet er, gegenüber jenen, die versuchten, mehr als das Erlaubte zu filmen oder zu fotografieren. „Es gab Leute mit Kameras, die ständig beobachtet wurden. Aber wenn man nichts Auffälliges machte, wurde man in Ruhe gelassen“, erzählte er.

Diese Logik der Kontrolle zeigte sich sogar in scheinbar willkürlichen Entscheidungen: Es gab Orte, an denen man frei filmen konnte – wie Statuen von Führern – und andere, wo eine einfache Malerei nicht fotografiert werden durfte, ohne dass man eine Ermahnung erhielt.

Eine Erfahrung, die nach Wiederkehr ruft

Während seines fünf Tage dauernden Aufenthalts kam es auch zu kulinarischen Überraschungen. Gavril fühlte sich mit den lokalen Gerichten wohl: „Kartoffeln, Eier, Hühnchen… nichts Exotisches, sehr ähnlich zur rumänischen Küche“. Diese unerwartete Nähe, gepaart mit der Freundlichkeit der Gastgeber und einer entspannteren Atmosphäre als erwartet, ließ ihn vieles überdenken.

„Es schien mir ein Land zu sein, das es wert ist, besucht zu werden. Nächstes Jahr würde ich wiederkommen, obwohl ich gerne frühzeitig Bescheid wüsste, um besser trainieren zu können“, sagte er abschließend. Seine Erfahrung stellt nicht nur Vorurteile in Frage, sondern öffnet auch die Tür, über die Schlagzeilen hinauszublicken.

Quelle: HuffPost

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