Biomüll ist nicht gleich Biomüll – vor allem nicht ab dem 1. Mai. Eine neue Verordnung regelt nun strenger, was in die braune Tonne darf und was nicht. Das Ziel: weniger Störstoffe, vor allem Plastik. Doch wer sich nicht daran hält, riskiert nicht nur Umweltprobleme, sondern auch steigende Mietnebenkosten. Wie das zusammenhängt – und was jetzt erlaubt ist und was nicht.
Strengere Grenzwerte für Fremdstoffe ab Mai

Die neue Bioabfallverordnung legt fest: Der Anteil an Fremdstoffen im Biomüll darf nur noch maximal drei Prozent betragen – darunter höchstens ein Prozent Kunststoff. Zu den verbotenen Stoffen gehören auch Glas, Metall, Keramik und Steine. Hintergrund ist der Kampf gegen Mikroplastik, das durch unzureichend sortierten Bioabfall in den natürlichen Kreislauf gelangen kann.
Die Kontrolle der Tonnen erfolgt dabei unterschiedlich – je nach Kommune. Manche setzen auf künstliche Intelligenz oder spezielle Scanner, andere auf Sichtkontrollen durch Müllwerker. Bußgelder sind bislang selten, in manchen Städten wie Jena oder Dessau-Roßlau jedoch schon jetzt gesetzlich möglich – mit Strafen bis zu 5.000 Euro.
Was falscher Biomüll für Mieter bedeutet

Wer seine Biotonne falsch befüllt, muss künftig nicht nur mit einem unangenehmen Hinweis rechnen – sondern auch mit höheren Kosten. Denn wird die Tonne nicht als Biomüll, sondern als Restmüll abgeholt, steigt der Preis deutlich. Und diese Sonderentleerungen schlagen auf die Betriebskosten durch.
Beispiel Dessau-Roßlau:
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120 Liter Biotonne: regulär 3,15 € → als Restmüll 12,86 €
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240 Liter Biotonne: regulär 6,30 € → als Restmüll 17,72 €
In Dresden steigt der Preis bei einem 80-Liter-Behälter um über 9 Euro, bei großen Tonnen in Chemnitz sogar um mehr als 21 Euro. Laut Kommunen sind Eigentümer und Mieter gemeinsam verantwortlich – und müssen im Zweifelsfall die Mehrkosten tragen.
Vorsicht bei Biomülltüten – auch kompostierbare zählen nicht
Ein verbreiteter Irrtum betrifft kompostierbare Biomülltüten. Obwohl viele Hersteller mit „biologisch abbaubar“ werben, gehören auch diese nicht in die Biotonne. Sie zersetzen sich zu langsam und hinterlassen Mikroplastik, was die Kompostqualität massiv beeinträchtigt.
Laut Experten ist Zeitungspapier oder eine Papiertüte die bessere Alternative. In Städten wie Jena laufen bereits Pilotprojekte zur kostenlosen Verteilung von Papiertüten, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und Fehlwürfe zu reduzieren.