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Technologische Revolution: Präsentation des ersten biologischen Computers mit menschlichen Neuronen

Die Computerwelt nimmt eine unerwartete Wende mit dem Auftritt des CL1, des ersten kommerziellen Computers, der auf menschlichen Neuronen basiert. Entworfen von dem australischen Startup Cortical Labs, verspricht dieses innovative Gerät, die Zukunft der künstlichen Intelligenz und Robotik zu verändern.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

In einer Ankündigung, die in der Computerbranche einen Wendepunkt markieren könnte, hat das australische Unternehmen Cortical Labs den CL1 vorgestellt, den ersten kommerziellen biologischen Computer, der menschliche Neuronen zur Informationsverarbeitung verwendet.

Ein neuer Schritt in der Computertechnologie

Das Gerät, das auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt wurde, funktioniert dank im Labor gezüchteter Gehirnzellen, die in einen Siliziumchip integriert sind. Durch ein Betriebssystem der biologischen Intelligenz (biOS) können diese Neuronen Code ausführen und Rechenaufgaben durchführen, was die Tür zu effizienterer und anpassungsfähigerer Computertechnologie öffnet.

Brett Kagan, Wissenschaftlicher Leiter von Cortical Labs, beschreibt den CL1 als „einen Körper in einer Schachtel“ und hebt seine Fähigkeit hervor, ähnlich wie ein menschliches Gehirn zu lernen und sich zu entwickeln.

Wie funktioniert dieser biologische Computer?

Der CL1 kombiniert Elemente traditioneller Computertechnologie mit fortschrittlicher Biotechnologie. Seine Neuronen, die auf einem Siliziumsubstrat wachsen, können elektrische Impulse senden und empfangen, ähnlich wie das menschliche Gehirn.

Um die Lebensfähigkeit dieser Zellen zu gewährleisten, ist der Computer mit einem Lebenserhaltungssystem ausgestattet, das Faktoren wie Temperatur und Gasfluss steuert und den Betrieb bis zu sechs Monate sicherstellt.

Ein Vorreiter dieses technischen Durchbruchs war ein Experiment, bei dem ein Prototyp mit 800.000 menschlichen und Mäuse-Neuronen das Spielen des Videospiels Pong erlernte, gemäß einer in der Zeitschrift Cell veröffentlichten Studie. Er erwarb nicht nur Fähigkeiten im Selbstlernen, sondern zeigte auch Empfindlichkeit gegenüber seiner simulierten environnement des Spiels.

Vorteile gegenüber traditionellen Computern

Der CL1 könnte viele der Einschränkungen aktueller Computer überwinden und entscheidende Vorteile bieten:

  • Höhere Lern- und Anpassungsfähigkeit, ähnlich der neuronalen Plastizität des menschlichen Gehirns.
  • Geringerer Energieverbrauch, was ihn effizienter als herkömmliche Prozessoren macht.
  • Möglichkeit, Code in einem lebenden neuronalen Netzwerk auszuführen, was die künstliche Intelligenz revolutionieren könnte.

Dieses Fortschritt birgt jedoch auch ethische Bedenken, insbesondere in Bezug auf das mögliche Bewusstsein und die Empfindsamkeit der verwendeten Neuronen. Obwohl das Unternehmen angibt, Schutzmaßnahmen zum Schutz bioethischer Dilemmas implementiert zu haben, wurden keine Details dazu veröffentlicht.

Wann wird der CL1 erhältlich sein?

Die ersten Modelle des CL1 werden im Juni zum Verkauf angeboten, mit einem Startpreis von 35.000 Dollar. Obwohl es nicht der erste Bio-Computer in der Geschichte ist, wird er der erste sein, der für die Öffentlichkeit kommerziell erhältlich ist.

Der Beginn einer neuen Ära der Computertechnologie?

Die Entwicklung des CL1 fällt in den Bereich der neuromorphen Computertechnologie, einer der Strategien, die erkundet werden, um die aktuellen Grenzen des Siliziums in der Informatik zu überwinden.

Neben anderen aufkommenden Technologien wie Quantum Computing, DNA-basierter Biocomputing und photonischer Computing könnte diese neue Generation von Geräten die Art und Weise, wie Daten verarbeitet und künstliche Intelligenzen entwickelt werden, vollständig verändern.

Der CL1 stellt den ersten Schritt zu organischerer und effizienterer Computertechnologie dar, wirft jedoch auch grundlegende Fragen über die Grenzen zwischen Biologie und Technologie auf. Während die Wissenschaft weiter voranschreitet, beginnt gerade erst die Debatte über die Implikationen dieser Systeme.

[Quelle: AS]

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