Zwischen Spree, Dahme und Müggelsee kehrt ein alter Bewohner zurück: Der Fischotter breitet sich im Südosten Berlins wieder aus. In Treptow-Köpenick wurde das scheue Tier inzwischen an mehreren Gewässern gesichtet – ein positives Zeichen für die Wasserqualität und die Natur der Hauptstadt.
Rückkehr an historische Lebensräume

Früher war der Fischotter ein vertrauter Anblick an Flüssen und Seen in Berlin. Doch Jahrzehnte intensiver Gewässernutzung, Umweltverschmutzung und die Zerschneidung von Lebensräumen hatten das Tier fast vollständig verdrängt. In Berlin galt es lange als ausgestorben.
Nun aber ist der Otter zurück – und das gleich an acht nachgewiesenen Standorten, vor allem im naturreichen Bezirk Treptow-Köpenick. Dort finden die Tiere ideale Bedingungen vor:
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Sauberes Wasser in Spree, Wuhle, Dahme, Erpe und Müggelsee
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Ruhige Uferzonen mit dichter Vegetation
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Großflächige Naturschutz- und Waldgebiete, die Rückzugsorte bieten
„Otterstadt Berlin“ – Schutz für die Rückkehrer

Die erfreuliche Wiederkehr ist nicht selbstverständlich – deshalb haben die Deutsche Umwelthilfe und die Stiftung Naturschutz Berlin nun das Projekt „Otterstadt Berlin“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Lebensräume des Fischotters langfristig zu sichern und neue Rückzugsräume zu schaffen.
Wichtigster Aspekt: Diskretion. Um die Tiere vor Störungen zu schützen, werden die genauen Sichtungsorte nicht veröffentlicht. Auch Maßnahmen zur Gefahrenminimierung – etwa an Straßenübergängen – sind Teil des Konzepts.
Darüber hinaus sollen Renaturierungsmaßnahmen, Umweltbildung und eine Verbesserung der Uferstruktur dazu beitragen, dass sich die Otter nicht nur ansiedeln, sondern auch erfolgreich vermehren.
Symbol für ein gesundes Ökosystem
Der Fischotter ist nicht nur ein charismatisches Tier – er ist auch ein wichtiger Indikator für intakte Ökosysteme. Seine Rückkehr zeigt, dass Berlins Gewässer wieder Lebensraum für seltene Arten bieten können.