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Witch Watch: Wird das die gemütlichste Rom-Com-Anime-Serie von 2025?

Sie ist eine Hexe. Er ist ihr Oger-Vertrauter. Muss man noch mehr sagen?
Von Isaiah Colbert Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Wenn das Anime-Jahr 2024 eines gezeigt hat, dann, dass Shonen-Fans zunehmend Lust auf romantische Komödien mit einem übernatürlichen Twist haben. Fast so, als hätte man diesen Trend vorhergesehen, hat Gkids jetzt einen Kino-Zusammenschnitt der ersten drei Episoden von Witch Watch veröffentlicht – noch bevor die Serie offiziell auf Crunchyroll, Netflix und Hulu startet. Zwar könnten sich westliche Zuschauer erst an den eigenwilligen Humor gewöhnen müssen, doch Witch Watch hinterlässt bereits jetzt einen vielversprechenden Eindruck als möglicherweise verrückt-lustigste Rom-Com des Jahres 2025.

Magie, Missgeschicke und eine unerwiderte Liebe

Witch Watch, produziert von Bibury Animation Studios, erzählt die Geschichte zweier Kindheitsfreunde: Nico, eine extrem extrovertierte Nachwuchshexe, und Morihito, ein introvertierter Oger-Junge. Als Morihitos Vater den beiden offenbart, dass sie zusammenleben müssen, um Nico vor einem drohenden Unglück zu schützen, ist Morihito sofort dabei – schließlich sieht er es als seine Aufgabe, als Vertrauter für ihre Sicherheit zu sorgen. Während Morihito also mit der Ernsthaftigkeit eines echten Shonen-Protagonisten jede Bedrohung abwehrt, lebt Nico in ihrer eigenen romantischen Traumwelt und sieht ihr Zusammenleben als Beginn ihrer großen Liebesgeschichte.

Was folgt, ist ein urkomisches Chaos aus übernatürlichen Missgeschicken (meistens durch Nicos Magie verursacht) und einer unausgeglichenen Romanze, die sich zwischen den beiden entwickelt.

Nostalgische Vibes mit modernem Humor

Obwohl Witch Watch ein frisches Gesicht in der Anime-Landschaft ist, versprüht es einen nostalgischen Charme, der an die frühen Gag-Mangas von Dragon Ball-Schöpfer Akira Toriyama oder die „Will-they-won’t-they“-Romanzen von Urusei Yatsura-Schöpferin Rumiko Takahashi erinnert. Zwar übersetzen sich nicht alle Wortspiele und Gags nahtlos in westliche Kultur, doch die Serie findet schnell ihren Groove mit Situationskomik und unzähligen popkulturellen Anspielungen auf andere Shonen-Animes.

Nico & Morihito: Ein unschlagbares Comedy-Duo

Im Zentrum des Humors steht das Zusammenspiel von Morihito und Nico, das an das klassische „Manzai„-Comedy-Duo erinnert: Morihito als „Straight Man“, der für Ordnung sorgen will, und Nico als chaotische „Funny Woman“ mit einem Herz aus Gold und einer Neigung, ihre Zauberkräfte zur Schau zu stellen. Ob sie nun einer Frau aus einem brennenden Haus hilft oder ihre Mitschüler während der Pause fliegen lässt – Nico kann es nicht lassen, ihre Magie für „gute Zwecke“ einzusetzen.

Doch Nico ist ein Tollpatsch. Ihre gut gemeinten Zauber gehen oft völlig nach hinten los und sorgen für ein heilloses Chaos. Zu ihren legendären „Oops-Momenten“ gehört etwa, als sie Morihitos Kopf und Arm versehentlich in der Klasse vergrößert – nur weil sie eigentlich sein zerknittertes Radiergummi reparieren wollte. Oder als sie sich selbst in vier Mini-Versionen teilt, um Umzugskartons leichter tragen zu können, was die Situation nur schlimmer macht.

In solchen Momenten ist Morihito gefragt: Entweder muss er Nicos Magie vor den normalen Menschen vertuschen oder die Lage mit seinen eigenen kräftigen Oger-Fähigkeiten retten. Währenddessen steigert sich Nico immer weiter in ihre romantischen Fantasien hinein – oft untermalt von imaginären Reality-TV-Interviews, in denen sie selbstgefällig den „Fortschritt“ ihrer Beziehung kommentiert.

Ein Fest für Anime-Fans: Easter Eggs und Insider-Gags

Ein weiteres Highlight von Witch Watch ist sein Humor, der sich aus zahlreichen Anspielungen auf andere Shonen-Titel speist. Als Shonen-Jump-Serie nimmt sich der Anime die Freiheit, bekannte Franchises direkt zu erwähnen und liebevoll zu parodieren. So gibt es Running Gags mit dem nerdigen Lehrer Yuri Makuwa oder Momente, in denen Morihitos Haare wie die von „Adult Gon“ aus Hunter x Hunter abstehen. Auch Nicos Anti-Schwerkraft-Zauber verwandelt ihr Klassenzimmer in eine Kulisse, die an das „Infinity Castle“ aus Demon Slayer erinnert. Und wenn sie ihre Mitschüler in die Luft fliegen lässt, sieht das fast so aus wie Piccolos Trainingsmethoden in Dragon Ball Z.

Diese Referenzen werden Anime-Fans garantiert begeistern – und es bleibt spannend zu sehen, ob Witch Watch im Laufe der Serie auch obskurere Manga-Titel auf die Schippe nehmen wird.

Fazit: Der mögliche Rom-Com-Hit von 2025

Mit seiner gelungenen Mischung aus Magie, Comedy und einer chaotischen (wenn auch einseitigen) Romanze hat Witch Watch das Potenzial, die charmanteste und unterhaltsamste Rom-Com-Anime-Serie des kommenden Jahres zu werden. Bleibt zu hoffen, dass die Show ihren Zauber beibehält und weiterhin für Lacher sorgt, wenn sie am 6. April auf Netflix, Crunchyroll und Hulu startet.

 

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