Die US-Börsen sind stark unter Druck geraten und verzeichnen die schlechtesten Tage seit den ersten Auswirkungen der Covid-Pandemie. Während die Märkte in den roten Zahlen taumeln, hält sich Präsident Trump mit Äußerungen zu den Entwicklungen stark zurück. In diesem Artikel analysieren wir die jüngsten Börsenschwankungen, die Reaktionen des Präsidenten sowie die Ängste in der Unternehmenswelt.
Schockierender Rückgang an den US-Börsen
Zwei Tage nach der Ankündigung weltweiter Zölle erleben die US-Börsen dramatische Rückgänge. Am Freitag, als die Wall Street zum Börsenschluss läutete, fiel der Dow Jones um 2.231 Punkte, was einem Rückgang von 5,5 Prozent entspricht. Damit liegt der Index nun mehr als zehn Prozent unter seinem Höchststand vom Dezember. Der S&P 500 büßte 5,97 Prozent ein, wobei nahezu alle Sektoren betroffen waren. Auch die Nasdaq geriet massiv unter Druck und verlor 5,82 Prozent, was sie über 20 Prozent unter den letzten Höchststand fallen ließ.
Experte Ben Laidler kommentierte diese Entwicklung und warnte vor unvermeidlichen Vergeltungsmaßnahmen seitens der globalen Handelspartner der USA, die die Angst vor einer möglichen Rezession anheizen könnten.
Klare Verluste bei großen Unternehmen
Besonders betroffen von den Rückgängen sind Unternehmen, die stark im chinesischen Markt engagiert sind. Tesla und Apple erlitten am Freitag Rückgänge von 10,5 und 7,3 Prozent. Zölle auf importierte Teile könnten die Gewinnspannen beider Unternehmen schmälern und Preiserhöhungen nach sich ziehen. Auch der Chiphersteller Nvidia verlor 7,4 Prozent, während der Baugerätehersteller Caterpillar 5,4 Prozent einbüßte.
Währenddessen kehrten US-Schuh- und Modeunternehmen ins Plus zurück, nachdem Trump angedeutet hatte, dass Vietnam bereit sei, die Zölle auf US-Importe zu senken. Nike, das einen Großteil seiner Produkte in Vietnam herstellen lässt, konnte seine anfänglichen Verluste wettmachen und schloss mit einem Plus von drei Prozent.
Trump auf Gala-Dinner anstatt auf Börsenentwicklung
US-Präsident Donald Trump nahm am Freitag nur sporadisch Stellung zu den flüchtigen Börsenentwicklungen. In einem kurzen Beitrag auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social kommentierte er: „Nur die Schwachen werden scheitern.“ Später meldete er sich erneut und erklärte, dass große Unternehmen sich keine Sorgen über Zölle machten, da sie wüssten, dass sie bestehen bleiben würden. Diese Aussagen stehen jedoch im Widerspruch zu den massiven Kursverlusten vieler US-Firmen.
Stattdessen reiste Trump zu einem Gala-Dinner in seinem Wohnsitz Mar-a-Lago in Florida, zu dem Gäste bis zu eine Million Dollar zahlen mussten. Diese Einnahmen fließen, um die US-Wahlgesetze einzuhalten, an den Super-PAC Maga Inc., nicht direkt an Trump.
Angst und Unsicherheit in der Unternehmenswelt
Berichten des US-Portals Politico zufolge herrscht in der Unternehmenswelt Besorgnis. Vertreter der Energiewirtschaft bestätigen, dass es weitverbreitete Angst und Frustration gibt, obwohl niemand bereit ist, die Risiken offen zu benennen.
Das Unternehmen Howmet Aerospace, das Komponenten für Airbus und Boeing herstellt, räumt ein, dass es in Erwägung zieht, einen Lieferstopp für von Zöllen betroffene Flugzeugteile auszusprechen. Das Unternehmen erklärte in einer Mitteilung an seine Kunden, dass es einen Fall von höherer Gewalt erklärt habe.
Unsichere Zeiten für die Märkte und Unternehmen
Die aktuellen Entwicklungen an den US-Börsen deuten auf eine zunehmende Unsicherheit hin, verstärkt durch die drohenden Handelsbeschränkungen. Während das Vertrauen in die Stabilität der Märkte wankt, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird – sowohl für die Unternehmenslandschaft als auch für die allgemeine Wirtschaft.
Quelle: https://www.t-online.de/