Das Unternehmen rechnet bis April 2025 mit rund 400 weniger Stellen, um sich an die „Überarbeitungen des Artemis-Programms und die Kostenerwartungen“ anzupassen, teilte Boeing in einer E-Mail an Gizmodo mit. „Wir arbeiten mit unserem Kunden zusammen und suchen nach Möglichkeiten, Mitarbeiter innerhalb unseres Unternehmens umzusetzen, um Jobverluste zu minimieren und unser talentiertes Team zu halten.“
Die 5,75 Millionen Pfund schwere SLS-Rakete, deren Kernstufe von Boeing gebaut wird, ist essenziell für das Artemis-Programm der NASA. Am 16. November 2022 startete das SLS mit der Artemis-1-Mission, bei der eine unbemannte Orion-Raumkapsel um den Mond und zurück geschickt wurde. Der nächste Start, Artemis 2, ist für April 2026 geplant und wird erstmals Astronauten an Bord haben. Die nächste große Etappe, Artemis 3, soll irgendwann 2027 stattfinden und die erste bemannte Mondlandung seit Apollo markieren.
Kostenexplosion: Die Schattenseite von SLS
Doch das riesige Mondraketen-Projekt entwickelt sich zunehmend zum finanziellen Albtraum. Ein Audit des NASA Office of Inspector General (OIG) aus den Jahren 2022 und 2023 ergab, dass die NASA bis 2025 insgesamt rund 93 Milliarden Dollar in das Artemis-Programm investiert haben wird – davon allein 23,8 Milliarden für die Entwicklung des SLS bis 2022. Laut Bericht sind das sechs Milliarden Dollar mehr als ursprünglich geplant, zusätzlich zu sechs Jahren Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan der NASA.
Ein weiterer OIG-Bericht vom August 2024 kritisierte Boeings „ineffizientes Qualitätsmanagement und unerfahrene Belegschaft, anhaltende Kostensteigerungen und Verzögerungen sowie die verspätete Festlegung einer Kosten- und Zeitplan-Basislinie“. Besonders problematisch sei die Entwicklung der „Exploration Upper Stage“ für die SLS-Rakete, die eigentlich bereits 2021 hätte fertig sein sollen. Nun wird ihre Fertigstellung nicht vor 2027 erwartet.
Trump und Musk: Kein Fan von Artemis
Die aktuelle US-Regierung scheint ebenfalls wenig Begeisterung für das Artemis-Programm zu haben. SpaceX-CEO und Trump-Berater Elon Musk machte auf X (ehemals Twitter) deutlich, was er davon hält: „Die Artemis-Architektur ist extrem ineffizient, weil es sich um ein job-maximierendes und nicht um ein ergebnis-maximierendes Programm handelt. Etwas völlig Neues ist nötig.“
Während seiner Amtseinführungsrede sprach Trump nicht einmal über den Mond, sondern kündigte an, amerikanische Astronauten auf den Mars zu schicken, um dort die US-Flagge zu hissen. Musk verfolgt ebenfalls dieses Ziel und hofft, SpaceX’ Megarakete Starship bereits 2026 auf dem Roten Planeten landen zu lassen – Jahre vor der NASA, die erst in den 2030er-Jahren Marslandungen plant und den Mond als Testumgebung nutzen möchte.
Boeing-Entlassungen: Ein böses Omen für SLS?
Je nach Sichtweise sind Boeings angekündigte Stellenstreichungen ein besorgniserregendes oder willkommenes Signal dafür, wie es um die massive NASA-Rakete steht – nachdem sie bislang nur eine einzige Mission zum Mond absolviert hat.