Falls du Humanist Vampire Seeking Consenting Suicidal Person im letzten Jahr im Kino verpasst hast, lass dich nicht vom schwer auszusprechenden Titel abschrecken, wenn der Film nächste Woche auf Shudder erscheint. Das Debüt von Regisseurin und Co-Autorin Ariane Louis-Seize ist ein französischsprachiger, kanadischer Film, der die Geschichte eines einsamen Vampirmädchens erzählt, das auf einen gemobbten Jungen trifft – und die merkwürdige Spannung, die aus ihrem Bedürfnis zu töten und seinem Wunsch zu sterben entsteht.
Falls das nach einer potenziell deprimierenden Erfahrung klingt, ist es das tatsächlich nicht. Humanist Vampire ist zwar keine klassische Rom-Com, doch unter der gothischen Melancholie verbirgt sich eine gewisse Süße – sowie ein trockener Humor, der sich sowohl aus der absurden Prämisse als auch aus der Art und Weise speist, wie der Film sein „Vampire leben unter uns“-Element behandelt.
Wir lernen Sasha zunächst als kleines Mädchen kennen, das sich an ihrer Geburtstagsfeier erfreut. Ihr größtes Geschenk: ein Klavier, das sie sofort ohne jegliche Vorkenntnisse spielen kann. Das ist bereits ungewöhnlich – doch wirklich merkwürdig wird es, als ihre Familie ungeduldig darauf wartet, dass Sasha den als Unterhaltung engagierten Clown angreift. Überraschung: Er ist eigentlich als ihre erste Beute gedacht.
Doch Sasha wird nicht nur wegen ihrer vampirischen Natur zur Außenseiterin – sondern auch innerhalb ihrer eigenen Familie, als sich zeigt, dass ihre Fangzähne nicht wachsen. Noch schlimmer: Sie ist frustrierend mitfühlend. Sie will niemandem Schaden zufügen, geschweige denn ein Leben auslöschen. Dieses Dilemma wird umso schlimmer, als sie älter wird – oder zumindest älter aussieht. Humanist Vampire erklärt später, dass Vampire zwar altern, aber extrem langsam. Sasha (gespielt von Sara Montpetit) sieht aus wie 18, ist in Wahrheit jedoch bereits 68 Jahre alt.
In all diesen Jahrzehnten hat sie nie selbst gejagt, sondern sich stattdessen von den Blutkonserven ernährt, die ihre Eltern im Kühlschrank lagern. Während ihr Vater sie am liebsten ewig verhätscheln würde, hat ihre Mutter genug – ebenso wie der Rest der Familie. Bei einem interventionsähnlichen Treffen wird beschlossen, dass Sasha zu ihrer Cousine Denise (gespielt von Noémie O’Farrell) ziehen soll, die entschlossen ist, ihr beizubringen, wie man sich wie ein „richtiger“ Vampir verhält. Ein harter, aber notwendiger Schritt: Wenn Sasha nicht lernt, ihre Fangzähne einzusetzen und selbst Beute zu machen, wird sie verhungern.
Zwischen Leben, Tod und einer ungewöhnlichen Freundschaft
Während Sasha mit diesem existenziellen Problem kämpft, steht Paul (gespielt von Félix-Antoine Bénard), der andere Hauptcharakter des Films, vor einer ähnlichen Krise – nur dass bei ihm die Betonung auf dem „Sterben“ liegt. Paul wird von seinen Mitschülern – insbesondere von einem besonders grausamen Klassenkameraden – schikaniert, sei es in der Schule oder in der Bowlingbahn, in der beide arbeiten. Irgendwann beginnt er, Selbstmord als eine erstrebenswerte Option zu betrachten.
Diese beiden verlorenen Seelen begegnen sich zunächst wortlos und voller Spannung, bevor sie sich bei einer Suizidpräventionsgruppe wiedersehen. Dort erklärt Paul mit vielsagendem Blick in Sashas Richtung: „Ich würde mein Leben gerne für eine gute Sache geben.“ Die Szene erinnert ein wenig an Harold and Maude – und vielleicht auch an A Girl Walks Home Alone at Night.
Natürlich möchte niemand, dass Sasha Paul tatsächlich aussaugt – wir wollen, dass sie sich verlieben. Und genau mit diesem Zwiespalt spielt der Film auf wunderbare Weise. Sobald Sasha und Paul sich finden, fühlt sich Humanist Vampire wie der Beginn einer großen Romanze an – mit all der Nervosität, den Hindernissen und den unausgesprochenen Wünschen, die dazugehören. Doch je mehr Zeit vergeht, desto größer wird Sashas Durst…
Während Sasha und Paul liebenswerte Protagonisten sind, liegt der wahre Zauber des Films in der Art und Weise, wie Ariane Louis-Seize es schafft, eine vollkommen einzigartige Geschichte zu erzählen – selbst wenn sie sich klassischer Tropen aus verschiedenen Genres bedient. Die Detailverliebtheit ist beeindruckend (eine Szene, in der Sasha Paul ihr Lieblingslied vorspielt, löst eine unerwartete Bandbreite an Emotionen aus), und die Handlung gräbt tief in die großen Fragen des Lebens, des Todes und der dritten Möglichkeit (Vampire, natürlich).
Humanist Vampire Seeking Consenting Suicidal Person erscheint am Montag, den 10. Februar, auf Shudder – gerade rechtzeitig zum Valentinstag.