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The Last of Us: Co-Showrunner erklärt, warum Joel in Therapie gehen musste

Pedro Pascals Figur wird in Staffel zwei mit einer Therapeutin konfrontiert – eine Idee, die ursprünglich schon in der ersten Staffel umgesetzt werden sollte.
Von Cheryl Eddy Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Staffelauftakt mit emotionaler Tiefe

Die Premiere der zweiten Staffel von The Last of Us startete mit all dem, was Fans erwarten konnten: Spannung, Trauma, ein Zeitsprung, gefährliche Begegnungen mit infiziertenähnlichen Kreaturen. Doch ein Element überraschte selbst langjährige Zuschauer: Joel (Pedro Pascal) nimmt an einer Therapiesitzung teil – geführt von Gail, gespielt von der vielfach ausgezeichneten Schauspielerin Catherine O’Hara.

Diese Szene war kein spontaner Einfall, sondern Teil eines lang gehegten Plans von Co-Showrunner Craig Mazin. Wie er in einem Interview mit Variety erklärte, wollte er dieses erzählerische Element ursprünglich bereits in der ersten Staffel einführen, doch der Platz im Drehbuch reichte nicht aus. Als die zweite Staffel geplant wurde, griff Mazin die Idee erneut auf – und fand darin einen neuen emotionalen Ankerpunkt.

Therapie als Spiegel einer gebrochenen Welt

„In geschlossenen Wirtschaftssystemen sind manche Fähigkeiten mehr wert als andere“, sagt Mazin. „Wenn du Schuhe reparieren kannst – das ist nützlich. Wenn du Physik unterrichtest – wahrscheinlich weniger. Aber wenn du Therapeut bist, bist du von unschätzbarem Wert. Jeder hat etwas Schreckliches erlebt. Niemand kann sagen: ‚Ich hatte eine gute Zeit.‘“

Therapie ist für Mazin ein Mittel, um Menschen nicht nur zum Reden zu bringen, sondern auch dazu, sich mit dem auseinanderzusetzen, was sie bewusst verdrängen. Genau das trifft auf Joel zu, der seit dem dramatischen Finale von Staffel eins ein enormes inneres Gewicht mit sich trägt – die Schuld, Ellie gerettet und dafür zahlreiche Leben ausgelöscht zu haben.

Eine Therapiesitzung als Wortgefecht

Gail, die Therapeutin, bringt in der Sitzung einen persönlichen Verlust zur Sprache – und macht Joel dafür mitverantwortlich. Sie weiß, dass er keine echte Wahl hatte, aber gerade deshalb will sie ihn aus der Deckung locken. Ihre Begegnung ist kein sanftes Gespräch, sondern ein emotionales Duell. Laut Mazin war die Szene wie ein „Shootout mit Worten“ inszeniert.

„Ich habe genug Zeit in Therapiesitzungen verbracht, um zu wissen, wie schnell sich alles ändern kann – von Gelächter zu Tränen, zu Wut“, sagte Mazin. „Ich habe es geliebt, diese Szene zu schreiben, zu drehen und zu schneiden. Es ist eine meiner Lieblingsszenen aus beiden Staffeln – nicht zuletzt, weil ich zwei absolute Legenden auf ihrem Höhepunkt beobachten durfte.“

Mehr als nur Trauma: Wie HBO den Figuren Raum gibt

Die Szene ist Teil eines größeren Trends in der Serie, Figuren psychologisch ernst zu nehmen. In einer Welt, die von Gewalt, Verlust und Isolation geprägt ist, wirkt eine Therapiesitzung fast radikal. Doch genau das macht sie so bedeutsam. Sie zeigt, dass Heilung – so unwahrscheinlich sie scheinen mag – auch in einer postapokalyptischen Welt möglich ist.

Neue Folgen von The Last of Us erscheinen jeden Sonntag auf HBO und Max.

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