Die Anspannung an Bord war kaum zu übersehen – nicht wegen Turbulenzen, sondern wegen der Erleichterung, bald anzukommen. Nach über 16 Stunden Flugzeit aus Dubai näherte sich der Emirates-Airbus A380 dem Flughafen von San Francisco. Doch was dann geschah, dürfte so manchen Passagier überrascht – oder gar verunsichert – haben: Nur wenige Meter über der Landebahn startete der Super-Jumbo plötzlich durch. Ein seltenes, aber spektakuläres Manöver, das in einem YouTube-Video dokumentiert ist.
Kurz vor dem Aufsetzen: Piloten brechen Landung ab

Der riesige A380, das größte Passagierflugzeug der Welt, befand sich bereits im Endanflug. Der Moment, in dem sich Passagiere innerlich aufs Aussteigen vorbereiten. Doch rund 50 Fuß über dem Boden – das sind etwa 15 Meter – brach die Crew die Landung ab.
Statt aufzusetzen, zogen die Piloten den Flieger wieder in den Himmel. Die vier Triebwerke des A380 hatten ordentlich zu tun: Schließlich bringt der Jet in dieser Phase noch nahezu 400 Tonnen Landemasse auf die Waage.
Ein Go-Around mit Ansage
Das sogenannte Go-Around – ein Durchstartmanöver – ist keine Seltenheit in der Luftfahrt, aber in dieser Flughöhe und mit einem A380 ist es doch eine beeindruckende Ausnahme. Der Vorgang ist streng geregelt und dient vor allem der Sicherheit von Passagieren und Crew.
Die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen dem Tower und der Cockpit-Besatzung, die im Video von VASAviation zu hören ist, liefert auch die Erklärung: Ein plötzlicher Scherwind machte die geplante Landung zu riskant.
Scherwinde sind tückisch: Es handelt sich um abrupte Richtungs- oder Geschwindigkeitsänderungen des Windes, die besonders in Bodennähe extrem gefährlich sein können – etwa beim Start oder der Landung.
Triebwerke unter Volllast: Der A380 hebt wieder ab
Die Tonspur des Videos macht deutlich, was auf der Landebahn geschah: Die Triebwerke heulen auf, der Riesenflieger zieht sanft, aber bestimmt wieder in den Himmel. Für die Turbinen Schwerstarbeit – doch für den A380 kein Problem. Das Flugzeug ist für solche Situationen ausgelegt und die Piloten sind auf Manöver dieser Art bestens vorbereitet.
Laut Experten dauert ein Go-Around mit anschließender neuer Landevorbereitung in der Regel zwischen 10 und 20 Minuten. In dieser Zeit wird der Flieger wieder in den Anflug eingereiht, die Crew erhält neue Freigaben, und der Anflug beginnt von vorne – diesmal unter besseren Bedingungen.
Sicherheit geht vor – auch nach 16 Stunden Flugzeit

Dass sich die Piloten trotz der langen Flugzeit für ein Durchstartmanöver entschieden, zeigt einmal mehr: Sicherheit steht über allem. Der Emirates-Flug EK225 war bereits rund 16 Stunden in der Luft, doch selbst nach dieser Zeit zählt eine saubere Landung mehr als eine pünktliche Ankunft.
Für viele Passagiere mag das abrupte Abheben kurz vor dem Boden ungewohnt oder sogar beängstigend wirken – für die Crew war es jedoch eine routinemäßige Entscheidung, basierend auf klaren Sicherheitskriterien.
Fazit: Beeindruckend – und notwendig
Der Vorfall zeigt, wie professionell Flugcrews auch in heiklen Momenten reagieren. Das Go-Around-Manöver des Emirates-A380 war spektakulär – aber vor allem die richtige Entscheidung im richtigen Moment.
Dank moderner Technik, klarer Kommunikation mit dem Tower und der Erfahrung der Crew wurde aus einer potenziellen Gefahrensituation ein faszinierendes Beispiel für gelebte Flugsicherheit. Und ein kleiner Reminder: Selbst nach einem halben Tag über den Wolken können die letzten 15 Meter die wichtigsten sein.
Quelle: www.futurezone.at