Eine Zwischenstation mit Überraschungen
NASA hat mal wieder ein echtes Weltraum-Highlight geliefert: Die Raumsonde Lucy flog am 20. April 2025 dicht an einem ungewöhnlich geformten Asteroiden vorbei – und schickte atemberaubende Nahaufnahmen zur Erde.
Obwohl Donaldjohanson nicht das Hauptziel der Mission ist, bot sich der Asteroid als perfekter Zwischenstopp auf dem Weg zu den sogenannten Trojanern an – einer Gruppe von Asteroiden, die sich in der Umlaufbahn des Jupiters befinden. Und Lucy nutzte die Gelegenheit: Mit nur rund 960 Kilometern Abstand rauschte die Sonde am Objekt vorbei und sammelte hochaufgelöste Daten.
Tom Statler, leitender Wissenschaftler der Mission bei NASA, zeigte sich begeistert: „Diese ersten Bilder von Donaldjohanson zeigen eindrucksvoll, welches Entdeckungspotenzial in Lucy steckt. Sobald wir die Trojaner erreichen, können wir noch tiefer in die Geschichte unseres Sonnensystems blicken.“

Eine Hommage an die berühmte Lucy
Der Asteroid wurde nach dem Anthropologen Donald Johanson benannt – dem Entdecker des berühmten hominiden Fossils „Lucy“. Und auch die NASA-Sonde trägt diesen Namen. So ergibt sich ein charmantes wissenschaftliches Dreieck zwischen Anthropologie, Weltraumforschung und interstellarer Namensgebung.
Frühere Schätzungen hatten Donaldjohanson noch auf etwa 4 Kilometer Größe veranschlagt. Doch die aktuellen Bilder zeigen: Der Asteroid ist mit rund 8 Kilometern doppelt so groß wie gedacht. Auch seine Form sorgt für Gesprächsstoff: Donaldjohanson ist ein sogenannter Kontakt-Binärkörper – also ein Objekt, das durch das Zusammenstoßen und Verschmelzen zweier Himmelskörper entstanden ist. Genau das verleiht ihm die markante Erdnussform.
Testlauf für das große Abenteuer
Für NASA war der Vorbeiflug weit mehr als nur ein schöner Schnappschuss: Lucy konnte gleich mehrere wissenschaftliche Instrumente testen, darunter das Farbspektrometer, den Infrarotsensor und das thermische Spektrometer. Auch das hochauflösende Kamerasystem L’LORRI war im Einsatz – jenes Instrument, das uns nun mit gestochen scharfen Bildern des Asteroiden versorgt.
Diese Geräte sollen 2027 bei Lucys Rendezvous mit dem Trojaner-Asteroiden Eurybates zur vollen Entfaltung kommen. Der aktuelle Vorbeiflug diente somit als Generalprobe für das, was noch kommt.
Auf Asteroidenjagd im Namen der Wissenschaft
Donaldjohanson ist weder der erste noch der letzte Asteroid auf Lucys Reise: Bereits im November 2023 war die Sonde am winzigen Dinkinesh vorbeigeflogen – einem Asteroiden mit nur 790 Metern Durchmesser. Auch er stellte sich als Kontakt-Binärsystem heraus, das erste seiner Art, das je von einer Raumsonde aus nächster Nähe beobachtet wurde.
Mit jeder neuen Begegnung liefert Lucy faszinierende Puzzleteile zur Frühgeschichte unseres Sonnensystems. Die Trojaner gelten als besonders alte und weitgehend unveränderte Himmelskörper – eine Art kosmisches Archiv der ersten Milliarden Jahre.
Die Entdeckungsreise ist also noch lange nicht vorbei. Doch schon jetzt beweist Lucy, wie viel Neugier, Präzision und Entdeckergeist in dieser Mission steckt.