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Marvel hat das Geheimnis des Fernsehens entdeckt: Jährliche Serien

Nach über 15 Staffeln und vier Jahren auf Disney+ hat Marvel endlich verstanden, wie TV funktioniert.
Von James Whitbrook Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Marvels holpriger Weg zum echten Fernsehen

Seit WandaVision im Jahr 2021 das Streaming-Zeitalter für Marvel eingeläutet hat, war die Erfolgsbilanz des Studios in Sachen TV eher durchwachsen. Genau genommen kann man das, was Marvel bis jetzt gemacht hat, nur bedingt als klassische TV-Serien bezeichnen – viele der Miniserien fühlten sich mehr wie in Stücke geschnittene Filme an. Das Ergebnis? Eine gemischte Tüte aus Hits (Loki, WandaVision, das kommende Agatha All Along und das animierte X-Men ’97), Mittelmaß (Falcon and the Winter Soldier, Moon Knight, Hawkeye) und absoluten Katastrophen (Secret Invasion, wir sehen dich und deine KI-generierten Albtraum-Opening-Titel an).

Aber nach einer existenziellen Krise vor ein paar Jahren hat Marvel die Notbremse gezogen: Daredevil: Born Again wurde von Grund auf neu konzipiert – eine der größten und am meisten erwarteten Serien des Studios. Gleichzeitig wurde der gesamte Ansatz für TV-Produktionen überdacht. Und nun, mit einer revolutionären Erkenntnis, die die Film- und TV-Welt erschüttern wird, hat Marvel eine bahnbrechende Lektion gelernt:
Zuschauer mögen es, wenn eine Serie mehrere Staffeln hat und jährlich neue Episoden erscheinen.

Marvel setzt jetzt auf echte Serien mit regelmäßigen Staffeln

Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Premiere von Daredevil: Born Again nächste Woche ist Marvels TV-Chef Brad Winderbaum auf Promo-Tour und verrät spannende Details über die zukünftigen TV-Pläne des Studios. Gegenüber ComicBook.com erklärte er diese Woche, dass Moon Knight wohl keine zweite Staffel bekommt, da die Serie noch vor Marvels strategischer Neuausrichtung produziert wurde. Aber, so Winderbaum weiter:

„Unsere Prioritäten haben sich geändert… Wir machen jetzt Serien, die tatsächlich als Serien funktionieren und jährlich erscheinen – mehr wie echtes Fernsehen.“

Eine gewagte Aussage, wenn man bedenkt, dass Marvel in den letzten vier Jahren angeblich bereits über 15 Staffeln „Fernsehen“ produziert hat. Doch es wird klar: Das Studio hat endlich erkannt, dass TV-Serien nicht nur Prestigeprojekte sein sollten, sondern langfristig fesseln müssen.

Dieser neue Ansatz gilt nicht nur für Live-Action-Projekte wie Daredevil, sondern auch für animierte Serien wie Your Friendly Neighborhood Spider-Man und X-Men ’97. Allerdings müssen Fans hier noch etwas Geduld haben – animierte Shows brauchen einfach länger. Doch laut Winderbaum ist das Ziel klar:

„Wir werden jedes Jahr eine neue Staffel von Spider-Man haben, wenn es nach mir geht.“

Er erklärte in einem Interview mit Collider, dass die Wartezeit zwischen der ersten und zweiten Staffel von Spider-Man zwar über ein Jahr dauern wird, aber danach sollen neue Folgen jährlich erscheinen. Ein ähnlicher Plan gilt für X-Men ’97, das definitiv 2026 mit der zweiten Staffel zurückkehren wird – nicht 2025.

Endlich auf dem richtigen Weg?

Man kann sich zwar köstlich darüber amüsieren, dass Marvel so lange gebraucht hat, um zu begreifen, was Streaming-Zuschauer eigentlich wollen, aber immerhin haben sie es jetzt kapiert. Noch länger hätte es wirklich peinlich werden können. Ob dieser neue Kurs die Marvel-Serien tatsächlich besser macht, werden wir bald sehen – wenn Daredevil: Born Again am 4. März auf Disney+ startet.

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