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Kang der Eroberer hätte an diesem Wochenende gegen die Avengers gekämpft

Niemand hätte vorhersehen können, wie sehr Marvels Pläne mit Kang und dem MCU innerhalb weniger Monate aus der Bahn geraten würden.
Von Justin Carter Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Der Mai – einst Avengers-Zeit

Der Monat Mai war traditionell eine wichtige Zeit für Marvels Avengers-Filme: Der erste Film kam am 4. Mai 2012 heraus, Age of Ultron folgte am 1. Mai 2015. Einst, in einer alternativen Zeitlinie, hätte dieses Wochenende – anstelle des Films Thunderbolts – das erste Kino-Comeback der mächtigsten Helden der Erde seit Endgame markiert.

Große Ankündigungen auf der SDCC 2022

Während des Panels auf der San Diego Comic-Con am 23. Juli 2022 kündigten die Marvel Studios die Filme Avengers: The Kang Dynasty und Secret Wars für den 2. Mai und den 7. November 2025 an. Das Duo sollte den epischen Abschluss der Multiverse Saga bilden – einer Phase, die mit Black Widow (2021) begann und sich nun über zahlreiche TV-Serien und Filme erstreckte.

Loki und der Beginn der Multiversum-Ära

Es war Loki im Sommer 2021, das den „Multiversum“-Aspekt dieser Saga wirklich einleitete. Die erste Staffel endete mit der Enthüllung des großen Gegenspielers: Kang der Eroberer, gespielt vom damals aufstrebenden Schauspieler Jonathan Majors. Während das Multiversum-Thema in What If…? und Doctor Strange in the Multiverse of Madness fortgesetzt wurde, trat Majors als Kang erst 2023 in Ant-Man and the Wasp: Quantumania auf. Und genau da nahm die Geschichte im realen Leben eine dunkle Wendung.

Der Absturz von Jonathan Majors

Am 25. März 2023, nur wenige Wochen nach dem Start von Quantumania und Creed III, wurde Jonathan Majors wegen Körperverletzung an seiner damaligen Freundin Grace Jabbari festgenommen. Die Nachricht – und spätere Berichte von u. a. Rolling Stone über angebliches missbräuchliches Verhalten gegenüber früheren Partnerinnen und Kollegen – führten dazu, dass Majors von seiner Managementfirma und seiner PR-Agentur fallen gelassen wurde. Auch seine Werbespots für die U.S. Army und die Texas Rangers wurden gestoppt. Sein Bodybuilding-Drama Magazine Dreams, das von Disney-Fox Searchlight als Oscar-Kandidat gehandelt wurde, verschwand in der Schwebe, bis es zwei Jahre später von Briarcliff Entertainment übernommen und im März 2025 veröffentlicht wurde.

Marvels Reaktion und radikaler Kurswechsel

Während die ersten Anschuldigungen und das Gerichtsverfahren liefen, äußerte sich Marvel kaum zu Majors, der zu diesem Zeitpunkt bereits die zweite Staffel von Loki abgedreht hatte. Nur wenige Stunden nach dem Schuldspruch wegen Körperverletzung trennte sich Marvel offiziell von ihm. Kurz darauf wurde Kang Dynasty – ursprünglich unter der Regie von Shang-Chi-Regisseur Destin Daniel Cretton – in Doomsday umbenannt, wobei Robert Downey Jr. als Doctor Doom die Rolle des Hauptschurken übernahm. Mit dieser Entscheidung war klar: Kang ist Geschichte, und Marvel bereitete die Bühne für einen noch mächtigeren Gegner.

Kang: vom Hoffnungsträger zum Rückschritt

Marvel hatte enorm fkevinviel in Kang investiert. Er war die Hauptfigur zweier Timeless-One-Shots, die Comic-Events für 2022 und 2023 anteaserten, und trat regelmäßig in Jed Mackays und CF Villas Avengers-Comic auf. Quantumania wurde als Beginn einer „neuen Dynastie“ beworben, und der Film endete mit einer Armee von Kangs, die begeistert ihr bevorstehendes Chaos feierten. Marvel hatte sich voll auf Kang als zentrale Figur des Multiversums verlassen – doch diese Pläne wurden letztlich von externen Ereignissen zunichte gemacht.

Kang im Rückblick: nie wirklich bedrohlich

Anders als Thanos, der vor Infinity War nur in zwei kurzen Post-Credit-Szenen auftrat, war Kang in der Multiverse Saga deutlich präsenter. Ein abrupter Richtungswechsel wirkte daher gleichermaßen unbeholfen wie unfreiwillig komisch. Rückblickend betrachtet wirkte Kang nie wie eine glaubhafte Bedrohung: In jeder seiner Auftritte – oder die seiner Varianten – wird er nach intensiver Eigenpropaganda rasch ausgeschaltet: durch ein Messer, Ameisen, Pym-Partikel oder gleich mehrfach durch „Spaghettifizierung“. Andere Versionen wurden sogar offscreen von der Time Variance Authority beseitigt. Laut Loki-Executive Producer Kevin R. Wright waren die Vorwürfe gegen Majors kein ausschlaggebender Faktor für den Ausgang seiner Figur(en). Ob Kang in seinem eigenen Film je einen Sieg errungen hätte oder seine Rolle in Secret Wars weitergeführt worden wäre, bleibt ungewiss.

Kangs Zukunft: wie die Inhumans?

Wie einst die Inhumans wird Kang wohl so bald nicht ins MCU zurückkehren – falls überhaupt. Mit der belasteten Vergangenheit von Majors und einer Figur, die nie wirklich zündete, markiert sein kurzer Auftritt das Ende einer Ära, von der sich Marvel nur allzu gern verabschiedet. Für alle, die sich fragen, was hätte sein können, bleibt immerhin Avengers: Earth’s Mightiest Heroes.

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