Zum Inhalt springen
io9

George Lucas‘ gescheiterte Star Wars-Serie hätte Milliarden gekostet

Produzent Rick McCallum spricht über das legendäre, aber nie realisierte TV-Projekt Star Wars: Underworld
Von Germain Lussier Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

In der Welt von Star Wars gibt es eine der größten „Was wäre, wenn?“-Fragen: Star Wars: Underworld. So hieß eine geplante TV-Serie, an der George Lucas und sein Team bei Lucasfilm jahrelang arbeiteten, bevor sie letztendlich eingestampft wurde. Seit Jahren kursieren Gerüchte darüber, dass es Dutzende fertige Drehbücher gab und die Serie auf Coruscant spielen sollte, um eine völlig neue Seite der weit, weit entfernten Galaxie zu zeigen. Doch viel mehr war bisher nicht bekannt.

Nun hat Rick McCallum, Lucas‘ Produzent zur damaligen Zeit, in einem neuen Interview einige frische Details über das längst verlorene (aber nie vergessene) Projekt ausgepackt. Eine der spannendsten Enthüllungen? McCallum hat damals versucht, das Budget der Serie zu berechnen, und selbst in der sparsamsten Variante kam er auf 40 Millionen Dollar pro Episode. Hochgerechnet auf 60 Folgen ergibt das einen Gesamtbetrag von 2,4 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass niemand dieses Projekt umsetzen wollte. Aber es klingt nach einer absoluten Traum-Serie. Hier sind McCallums Aussagen aus dem Podcast „Young Indy Chronicles“.

„Ich glaube, wir hatten über 60 Drehbücher. Dritte Fassungen,“ erzählt McCallum in dem Interview. „Wir hatten die besten Autoren der Welt dabei. Und wir haben für alle auf der Skywalker Ranch genau das gleiche immersive Erlebnis geschaffen. Es war ein absolut unglaubliches Team von Talenten.“

„Und diese Skripte waren dunkel. Sie waren sexy, sie waren brutal, sie waren einfach nur fantastisch. Anspruchsvoll, komplex, herausfordernd. Ich meine, sie hätten das ganze Star Wars-Universum auf den Kopf gestellt, und Disney hätte George danach garantiert nicht das Angebot gemacht, Lucasfilm zu kaufen [lacht]. Es war eine der größten Enttäuschungen unseres Lebens. Aber das Problem war: Jede Episode war teurer als die Filme. Mit der damaligen Technologie konnte ich die Kosten pro Episode nicht unter 40 Millionen Dollar senken.“

Selbst heute, rund 30 Jahre nach McCallums Berechnungen, wären 40 Millionen Dollar pro Episode noch eine gewaltige Summe. Die meisten der großen Serien, die einem in den Sinn kommen – Game of Thrones, The Walking Dead und Co. – lagen in der Regel bei 10 bis 20 Millionen Dollar pro Folge. Und selbst das gilt als extrem teuer. Einige der kostspieligsten Serien der jüngsten Vergangenheit, wie Stranger Things (Netflix) mit angeblich 30 Millionen Dollar pro Folge oder Amazons Rings of Power, die sogar fast 60 Millionen Dollar pro Episode gekostet haben sollen, zeigen, dass solche Budgets heute zwar machbar sind, damals aber völlig unrealistisch waren. (Zum Vergleich: The Mandalorian kommt auf deutlich weniger.)

Wenn du mehr über Star Wars: Underworld erfahren willst, schau dir unseren Artikel von vor ein paar Jahren an. Dort findest du Testaufnahmen, die McCallum damals produzieren ließ, um die Serie TV-Sendern schmackhaft zu machen. Leider ohne Erfolg. Doch diese kleine Anekdote bleibt ein faszinierendes Stück Star Wars-Geschichte.

 

Diese Geschichte teilen