Ein altes Haus, hohe Energiekosten und keine Förderungen: Was nach einem typischen Sanierungsalptraum klingt, hat der YouTuber und Wissenschaftler Andreas Schmitz mit technischem Geschick in ein Erfolgsprojekt verwandelt. Durch clevere Eigenlösungen und erneuerbare Energien halbierte er seine laufenden Ausgaben – aber eine Investition hat ihn schwer enttäuscht. Was funktioniert hat – und was nicht.
Photovoltaik und diy-energie: so sparte er über 3.000 euro pro jahr
2020 begann Andreas Schmitz mit der Umrüstung seines 50 Jahre alten Hauses. Die größte Wirkung hatte dabei die selbst installierte Photovoltaikanlage. Für rund 10.800 Euro errichtete er ein System, das ihm jährlich 1.600 Euro spart – bei einer Amortisationszeit von etwa sechs bis sieben Jahren.
Zusätzlich entwickelte Schmitz ein eigenes Energiemanagementsystem inklusive 33-kWh-Speicher. So erhöht er seinen Eigenverbrauch auf beeindruckende 77 Prozent. Die Ersparnis liegt bei 328 Euro jährlich, mit einer Amortisation von etwas über einem Jahr.
Auch Klimasplitgeräte ersetzen inzwischen die frühere Ölheizung. Die Investition von 5.200 Euro spart ihm jährlich etwa 1.000 Euro. Besonders schätzt er die Flexibilität und Effizienz der modernen R290-Modelle, die laut Schmitz eine ernsthafte Alternative zur klassischen Heizung darstellen.
Tesla, stromhandel und das gefühl von freiheit

Ein weiterer Baustein seiner Strategie: ein geleaster Tesla Model Y. Obwohl er die genauen Kosten nicht beziffert, schätzt er eine Ersparnis von etwa 50 Prozent gegenüber einem Benziner.
Langfristig plant Schmitz sogar, durch Stromverkauf an der Börse Gewinne zu erzielen – sein DIY-System mache dies laut eigener Aussage theoretisch möglich. Ein ähnlicher Fall wurde etwa auf deutschland.de thematisiert.
Für ihn zählt aber vor allem das Gefühl von Unabhängigkeit: Energie selbst zu erzeugen und flexibel zu nutzen, sei ein „großer psychologischer Gewinn“.
Die größte enttäuschung: die brauchwasser-wärmepumpe
Trotz vieler Erfolge gibt es einen klaren Rückschlag: die Brauchwasser-Wärmepumpe. Zwar kostete sie nur 3.800 Euro, spart aber lediglich 232 Euro jährlich – bei zwei gravierenden Ausfällen, die wochenlange Wartezeiten verursachten. Besonders problematisch war dies für seine zwei kleinen Kinder.
Schmitz würde sich heute gegen diese Lösung entscheiden. Er erwägt alternative Systeme und warnt vor zu hohen Erwartungen an die Technik. Auch wenn Wärmepumpen grundsätzlich sinnvoll sein können, sei seine Erfahrung eher ernüchternd.
Was sich wirklich gelohnt hat
Sein Fazit ist eindeutig: PV-Anlage, Klimasplitgeräte und das eigene Energiemanagement haben sich klar bewährt. Die Wärmepumpe hingegen sieht er als Fehlinvestition.
Ohne staatliche Förderungen oder Kredite senkte Schmitz seine Energiekosten von 5.600 auf rund 2.100 Euro jährlich – eine Reduktion von 61 Prozent. Das Projekt war arbeitsintensiv, aber aus finanzieller und mentaler Sicht lohnend.
Quelle: Chip.