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Ist Japan näher dran, auf den Mars zu treten? Ein geheimer Plan mit aufblasbarer Technologie könnte der Schlüssel sein

Japan hat nie auf dem Mars gelandet, könnte uns jedoch mit einer unerwarteten Technologie überraschen. Anstatt die klassischen Überschallfallschirme zu verwenden, setzt die japanische Raumfahrtagentur JAXA auf aufblasbare Schilde. Was verbirgt sich hinter dieser Strategie? Wir erzählen dir das Wesentliche, ohne alles zu verraten.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Eine interplanetare Ambition, diskret aber entschlossen

Im Jahr 2026 wird Japan die Mission MMX starten, mit dem ehrgeizigen Ziel, Proben von Phobos, dem größten Mond des Mars, bis 2031 zurück zur Erde zu bringen. Diese Operation unterstreicht jedoch eine Abwesenheit: Japan hat nie versucht, auf dem Mars zu landen, trotz mehrerer vorheriger Projekte, die nie tatsächlich starteten.

Dennoch hält JAXA die Absicht, die Marsoberfläche zu erreichen, lebendig. Man möchte dies tun, ohne auf ausländische Technologien angewiesen zu sein, was seinen Handlungsspielraum einschränkt, gleichzeitig aber kreative Lösungen fördert. Darunter hebt sich eine ausgefallene Idee hervor: die komplexen Überschallfallschirme durch aufblasbare Hitzeschilde zu ersetzen.

Warum das Landen auf dem Mars nicht so einfach ist, wie es scheint

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© JAXA.

Die marsianische Atmosphäre macht den Abstieg kompliziert. Obwohl eine Atmosphäre vorhanden ist, die den Einsatz von Hitzeschildern rechtfertigt, ist sie nicht dicht genug, um ein Raumschiff nur mit Fallschirmen abzubremsen. Aus diesem Grund werden üblicherweise mehrere Systeme kombiniert: Fallschirme, Rückstoßraketen, Airbags oder totale Rückpropulsion, wie es SpaceX plant.

Der Ansatz von JAXA beseitigt eine der größten Herausforderungen: die Bereitstellung von Fallschirmen bei Überschallgeschwindigkeit. Diese Manöver können nur innerhalb extrem enger Grenzen von Höhe, Geschwindigkeit und Gewicht durchgeführt werden. Die USA und China waren die einzigen, die erfolgreiche Landungen beim ersten Versuch erreicht haben, beide mit Fallschirmen.

Die von JAXA vorgeschlagenen aufblasbaren Schilde könnten diesen Prozess vereinfachen. Zudem hat Japan bereits Erfahrung mit dieser Technologie, die in suborbitalen Flügen mit Prototypen wie RATS und RATS-L getestet wurde, die in Größe und Komplexität gewachsen sind.

Kleine Sonde, große Ideen: Der japanische Ansatz

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© JAXA.

Der langfristige Plan von JAXA ist die Entwicklung einer kompakten Mars-Sonde mit Technologien, die von der MMX-Sonde und der Mondsonde SLIM recycelt werden. Letztere erreichte 2023 die genaueste Mondlandung der Geschichte, trotz des Verlusts eines Motors während des Abstiegs.

Inspiriert von diesem Erfolg möchten die japanischen Ingenieure eine Sonde mit nur 20 kg entwerfen, die mit einem aufblasbaren Schild von drei Metern Durchmesser ausgestattet ist. Dieses würde während der Reise zum Mars in einer Kapsel von lediglich 70 x 30 cm verstaut sein. Obwohl die Nützlichkeit gering wäre, würde die Zielgenauigkeit sicherstellen, dass jedes Gramm zählt.

Eine noch ambitioniertere Variante umfasst eine Sonde, die mehrere Kapseln mit jeweils eigenem aufblasbaren Schild entfaltet, um gleichzeitig verschiedene Regionen des Mars zu erkunden. Diese Idee der „verteilten Erkundung“ könnte neue Wege der planetaren Forschung eröffnen.

Eine gemeinsame Zukunft auf dem Mars? Schlüssel könnte in der Zusammenarbeit liegen

Die japanischen Pläne sind nicht für morgen. Es fehlen Zeit, Tests und vor allem Finanzierung. Angesichts der Budgetbeschränkungen könnte JAXA erheblich von einer Zusammenarbeit mit Agenturen wie der ISRO in Indien (mit der bereits in LUPEX kooperiert wird) oder der Europäischen Weltraumagentur profitieren.

Dieser Typ von aufblasbarem Schild könnte andere internationale Missionen ergänzen, wie das LightShip-Projekt der ESA. So könnte Japan, ohne auf hohe Budgets oder risikobehaftete Technologien angewiesen zu sein, seine Spuren auf der Marsoberfläche schneller hinterlassen, als wir denken.

Wird dies der Beginn einer neuen Art der Marsforschung sein? Alles deutet darauf hin, dass die Zukunft des Planeten rot… buchstäblich in den Auftrieb geht.

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