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Der letzte wunsch des papstes sorgt für aufsehen: Was wirklich in seinem testament steht

Papst Franziskus bricht mit einer jahrhundertealten Tradition. In seinem Testament offenbart er einen überraschenden Wunsch, der tief mit seiner persönlichen Spiritualität verbunden ist. Warum er nicht im Vatikan beigesetzt werden möchte und was das über seine Sicht auf das Papsttum verrät, erfahren Sie hier.
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Der Vatikan hat ein außergewöhnliches Testament veröffentlicht, das die letzte Bitte von Papst Franziskus enthüllt. Es ist ein Dokument voller Symbolik, persönlicher Glaubensbekundungen und Brüche mit lange bestehenden Ritualen. In einer Zeit globaler Spannungen richtet sich der Blick auf einen Menschen, dessen letzter Wunsch viel über seine Haltung zur Kirche und zur Welt verrät.

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Der letzte wunsch des papstes sorgt für aufsehen: Was wirklich in seinem testament steht
© ©Massimo Valicchia/NurPhoto via Getty Images – Gizmodo.

In seinem Testament äußert Papst Franziskus nur einen einzigen Wunsch: Er möchte nicht, wie viele seiner Vorgänger, im Petersdom oder in den vatikanischen Grotten beigesetzt werden. Stattdessen bittet er darum, in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom seine letzte Ruhe zu finden. Die Wahl dieses Ortes ist kein Zufall – es ist die Kirche, die er selbst stets als seine Lieblingskirche bezeichnete.

Seit Beginn seines Pontifikats suchte Franziskus die Marienbasilika regelmäßig auf – besonders vor Auslandsreisen. Dort betete er vor der Ikone „Salus Populi Romani“, die als Schutzsymbol für das römische Volk gilt. Über hundertmal sei er dort laut vatikanischen Berichten zum Gebet erschienen. Noch am vergangenen Palmsonntag besuchte er die Kirche unangekündigt – ein Zeichen der tiefen Verbundenheit.

Bescheiden bis zum Schluss

Ganz im Geiste seiner Amtsführung lehnt Franziskus jede Form von Pomp ab – auch über den Tod hinaus. In seinem Testament legt er fest, dass sein Grab „einfach, ohne besonderen Schmuck und mit der einzigen Inschrift: Franciscus“ sein soll. Es soll sich zudem „in der Erde“ befinden, statt in einem prunkvollen Sarkophag. Diese Haltung steht sinnbildlich für sein gesamtes Pontifikat, das auf Nähe, Demut und Menschlichkeit setzte.

Obwohl Santa Maria Maggiore bereits die Gräber von sechs früheren Päpsten beherbergt – der letzte war Clemens IX. im Jahr 1669 – galt es lange nicht mehr als traditionelle Ruhestätte für Päpste. Franziskus’ Entscheidung ist daher auch ein bewusstes Zeichen gegen alte Konventionen und für eine Kirche, die sich wandeln soll.

Ein Vermächtnis des Friedens

Am Ende des einseitigen Testaments richtet der Papst seinen Blick auf die Welt. „Das Leid, das mir in der letzten Zeit meines Lebens widerfahren ist, habe ich dem Herrn für den Weltfrieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern geopfert“, schreibt Franziskus. Diese Worte spiegeln sein ständiges Eintreten gegen Krieg und Gewalt wider – Themen, die ihn bis zum Schluss beschäftigt haben.

Das Testament wurde offiziell auf den 29. Juni 2022 datiert, doch seine Veröffentlichung bringt nun neue Einblicke in die letzten Gedanken eines Papstes, der seine eigene Rolle stets kritisch reflektierte – und der selbst im Tod Zeichen setzen will.

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