Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Das unerwartete Geheimnis der Farbe des Lachses (und was das mit Flamingos zu tun hat)

Der Lachs, den du kaufst, ist nicht immer das, was er zu sein scheint. Auch wenn uns seine charakteristische orange Farbe vertraut vorkommt, ist dieser Farbton in vielen Fällen nicht natürlich. Erfahre, warum Zuchtlachse „eingefärbt“ werden, welche Vorteile das für dich hat – und welche erstaunliche Verbindung es zu Flamingos gibt.
Von

Lesezeit 2 Minuten

Wir sind so sehr an die Farbe des Lachses gewöhnt, dass wir uns selten fragen, woher sie eigentlich kommt. Doch was wie eine simple natürliche Eigenschaft aussieht, verbirgt eine überraschende Geschichte – von Meeresnahrung über industrielle Tricks bis hin zu Genetik. In diesem Artikel decken wir auf, was wirklich hinter dem Orangeton des Lachses steckt – und warum diese Geschichte nicht nur Fische betrifft, sondern auch Flamingos.

Das Pigment, das den Lachs verwandelt

Auch wenn viele denken, dass Lachs von Natur aus orange ist, stimmt das nicht ganz. In freier Wildbahn schwankt seine Farbe je nach Art zwischen Grau und Weiß. Die bekannte orange Farbe stammt von seiner krustentierreichen Ernährung – etwa Krill, das wiederum das Pigment Astaxanthin über Algen aufnimmt.

2
© Marvin Sacdalan – Pexels

Astaxanthin ist weit mehr als nur ein Farbstoff. Es handelt sich um ein Carotinoid mit starker antioxidativer Wirkung, vergleichbar mit dem Beta-Carotin aus Karotten. Dieses Pigment hilft Lachsen, ihre Muskulatur während der anstrengenden Flusswanderung zur Fortpflanzung zu schützen – und außerdem schützt es sie vor Sonneneinstrahlung. Astaxanthin ist also ein lebenswichtiger Stoff, nicht bloß ein natürlicher Farbstoff.

Lachszucht und der Trick mit der Farbe

Die natürliche Ernährung mit Krill in Aquakulturen nachzubilden, wäre extrem teuer. Daher ist das Fleisch von Zuchtlachsen meist deutlich blasser. Um dem entgegenzuwirken – denn Verbraucher*innen erwarten das bekannte Orange – wird dem Futter synthetisches Astaxanthin zugesetzt.

Zudem werden genetisch solche Tiere bevorzugt, die besonders viel von dem Farbstoff aufnehmen können. Dadurch lässt sich die benötigte Menge an Zusatzstoffen verringern. Das ist nicht nur aus ästhetischen Gründen sinnvoll: Astaxanthin bietet auch den Menschen gesundheitliche Vorteile – etwa durch seine antioxidativen Eigenschaften.

Allerdings reagieren nicht alle Lachse gleich. Einige Arten – wie der Chinook-Lachs – sind gar nicht in der Lage, das Pigment aufzunehmen. Ihr Fleisch bleibt daher grau, selbst wenn sie Astaxanthin zu sich nehmen.

Von Fischen zu Vögeln: der Fall der Flamingos

3
© zoosnow – Pexels

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Farbe ist nicht nur bei Fischen zu finden. Auch Flamingos verdanken ihr rosafarbenes Gefieder einer Ernährung mit Krustentieren. In Gefangenschaft – etwa in Zoos oder Tierparks – erhalten sie Astaxanthin oder Canthaxanthin, um ihr typisches Aussehen zu bewahren.

Das hat nichts mit Kosmetik zu tun, sondern dient der Wiedererkennung: Besucher sollen Flamingos so sehen, wie sie auch in der Natur erscheinen. Am Ende ist Farbe eben nur ein Eindruck unseres Gehirns – eine Art, wie wir Licht wahrnehmen. Und wenn man das weiß… wie wichtig ist dann eigentlich die Herkunft des Lachs-Oranges?

Quelle: Hipertextual

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel