Vor einem kürzlichen Interview mit der Radio Times, in dem sie für Wallace Shawns BBC-Hörspiel The Fever warb, zögerte Cate Blanchett, sich selbst als „Schauspielerin“ vorzustellen. Der Grund: Nach eigenen Worten hat sie beschlossen, mit der Schauspielerei aufzuhören.
„Das liegt daran, dass ich aufhöre“, sagte sie. „Meine Familie verdreht jedes Mal die Augen, wenn ich das sage – aber ich meine es ernst. Ich will wirklich aufhören zu schauspielern. Es gibt viele Dinge, die ich mit meinem Leben machen möchte.“
Eine beeindruckende Karriere – und der Wunsch nach mehr
Vollkommen nachvollziehbar. Die zweifache Oscarpreisträgerin gehört seit ihrem Durchbruch 1998 mit Elizabeth zur ersten Riege Hollywoods. Obwohl sie dem Mainstream-Publikum wohl am bekanntesten für ihre Rolle als Elbenkönigin Galadriel in Peter Jacksons Der Herr der Ringe– und Der Hobbit-Trilogien ist, umfasst ihre Filmografie zahlreiche Werke verschiedenster Genres.
Dazu zählen unter anderem Sam Raimis The Gift, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Der seltsame Fall des Benjamin Button, Thor: Tag der Entscheidung, Drachenzähmen leicht gemacht 2, Don’t Look Up und Das Haus der geheimnisvollen Uhren. Auch im Bereich der Synchronisation war sie in Produktionen wie Sweet Tooth, Ponyo, Pinocchio von Guillermo del Toro und vielen weiteren aktiv.
Von Alien-Jägerin bis Bundeskanzlerin: ein ereignisreiches Jahr
Allein im vergangenen Jahr verkörperte Blanchett eine außerirdische Kopfgeldjägerin in der (angeblich) misslungenen Borderlands-Verfilmung, lieferte sich als deutsche Bundeskanzlerin Wortgefechte mit Moorleichen in Guy Maddins Horrorkomödie Rumours und ist derzeit im Spionage-Thriller Black Bag von Steven Soderbergh zu sehen.
Demnächst wird sie zudem in der Sci-Fi-Komödie Alpha Gang zu sehen sein – als Außerirdische, die sich als Motorradfahrerin der 1950er Jahre ausgibt. Was bleibt da für eine Schauspielerin eigentlich noch zu tun?
Eigenwillige Geständnisse und ein differenzierter Blick auf die Kunst
Später im Interview teilte Blanchett eine Reihe unkonventioneller persönlicher Details. So gab sie an, sie sei „besessen vom psychologischen Raum im Inneren von Autos“ und nehme leidenschaftlich gerne kalte Duschen.
Am treffendsten ist jedoch vielleicht ihr Vergleich: Schauspielerei gleiche dem „akustischen Sweep eines U-Boots“. Letztlich räumt sie aber ein: „Künstler, die Werke schaffen, die Mitgefühl und gute Werte vermitteln, verändern nicht das Leben der Armen.“ Auch das – durchaus nachvollziehbar.
Aktivismus statt Leinwand: Blanchetts neue Rolle
Glücklicherweise ist Blanchett auch außerhalb der Filmwelt aktiv. Als engagierte Aktivistin und Sonderbotschafterin für das UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der UN, wird sie auch abseits der Kamera beschäftigt bleiben.
Was meinen die Blanchett-Fans? Wünscht ihr ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt? Oder glaubt ihr, dass ihre besten Werke noch vor ihr liegen?