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Welt

Wer wird die Welt regieren? Die Volkswirtschaften, die 2075 die Welt anführen könnten (und es sind nicht die, die du denkst)

Ein Bericht von Goldman Sachs entwirft ein ebenso faszinierendes wie unerwartetes Szenario: Im Jahr 2075 könnte sich die globale Wirtschaftslandkarte radikal verändern. Traditionelle Mächte verlieren an Einfluss – neue Nationen steigen auf. Wer übernimmt das Kommando? Hier kommen einige überraschende Kandidaten.
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Eine neue Weltordnung im Entstehen

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© Pexels – Pixabay.

Die Vorstellung, in 50 Jahren in die Zukunft zu blicken, mag gewagt erscheinen – dennoch zeichnen sich bereits heute globale Trends ab. Laut Goldman Sachs werden die Entscheidungen, die Volkswirtschaften heute treffen, ihre Rolle in der Welt von morgen bestimmen. Faktoren wie Handelspolitik, Technologieentwicklung, Migrationsstrategien oder demografisches Wachstum könnten die globale Hierarchie grundlegend verändern.

In seinem Bericht prognostiziert das Investmenthaus China im Jahr 2075 als weltweit größte Wirtschaftsnation – mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 57 Billionen US-Dollar. Dicht dahinter folgt Indien mit 52,5 Billionen, angetrieben durch ein dynamisches Bevölkerungswachstum und technologische Fortschritte. Die USA landen auf dem dritten Platz mit 51,5 Billionen – immer noch mächtig, aber nicht mehr führend.

Aufstieg der Schwellenländer: Die neuen Giganten

Noch erstaunlicher ist der Blick über das Siegertreppchen hinaus: Auf Platz vier und fünf stehen nicht etwa traditionelle Industrienationen, sondern Indonesien und Nigeria. Dieser Aufstieg zeigt, wie junge und wachsende Bevölkerungen in Entwicklungsländern künftig führende Rollen übernehmen könnten.

Der Bericht sagt auch eine zunehmende Bedeutung für Pakistan (6. Platz), Ägypten (7.) und Brasilien (8.) voraus. Deutschland (9.) und das Vereinigte Königreich (10.) sind die einzigen europäischen Länder in den Top 10 – und das nur auf hinteren Plätzen.

Zerklüftetes Europa mit ungewisser Zukunf

Der Bericht ist deutlich: Würde die Eurozone als wirtschaftlich geeinte Einheit auftreten, könnte sie mit den neuen Supermächten mithalten. Doch als einzelne Nationalstaaten verlieren ihre Volkswirtschaften an Einfluss. Eine klare Warnung vor den Kosten von Fragmentierung.

In der zweiten Hälfte der Top 15 finden sich Mexiko (11.), Japan (12.), Russland (13.), die Philippinen (14.) und Frankreich (15.). Dass Länder mit traditionell großer wirtschaftlicher Bedeutung – wie Japan oder Frankreich – von aufstrebenden Volkswirtschaften überholt werden, zeigt den möglichen Wandel auf eindrucksvolle Weise.

Der Schlüssel: Bevölkerung, Kapital und Technologie

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© Pexels – Daisa TJ.

Für Goldman Sachs ist das Bevölkerungswachstum ein zentraler Faktor. Länder wie Nigeria, Ägypten oder Pakistan haben einen strukturellen Vorteil: eine junge, wachsende Bevölkerung – bereit für einen dynamischen und flexiblen Arbeitsmarkt. Kombiniert mit Investitionen in Technologie und Humankapital könnte dies den Weg zur wirtschaftlichen Führungsrolle ebnen.

Zugleich betont der Bericht, dass alle langfristigen Prognosen mit großer Unsicherheit behaftet sind. Kriege, Klimakrisen, disruptive Technologien oder neue Pandemien könnten das globale Szenario in kurzer Zeit grundlegend verändern.

Kühne Vorhersage oder strategische Landkarte?

Mehr als eine konkrete Vorhersage ist dieser Bericht ein Kompass: Er zeigt nicht, was sicher passieren wird – sondern wohin der Wind derzeit weht. Sollte sich der aktuelle Kurs fortsetzen, könnte die Welt von 2075 kaum wiederzuerkennen sein. Bist du bereit für den Aufstieg der neuen Supermächte?

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