Das war’s, Leute! Während Warner Bros. weiterhin den Wert von Animation scheinbar immer weiter herunterstuft, hat das Unternehmen entschieden, dass ausgerechnet am gleichen Wochenende, an dem The Day the Earth Blew Up in den Kinos startet, der perfekte Moment ist, um alle klassischen Looney Tunes-Kurzfilme von der Streaming-Plattform Max zu entfernen.
Laut Deadline betrifft diese Entscheidung nahezu 40 Jahre an animierten Kurzfilmen – von den 1930ern bis in die späten 60er Jahre. Angeblich soll die Maßnahme Teil einer Neuausrichtung von Max sein, um sich mehr auf Inhalte für Erwachsene und Familien zu konzentrieren. Während einige Looney Tunes-Serien noch verfügbar sind – darunter The Sylvester and Tweety Mysteries, Teile von New Looney Tunes und Tiny Toons Looniversity – wurde das Herzstück der klassischen Kurzfilm-Tradition einfach entfernt. Und das, obwohl Warner Bros. Ende 2023 noch ausdrücklich versichert hatte, dass genau das nicht passieren würde.
Ein wiederkehrendes Problem bei Warner Bros.
Es ist nicht das erste Mal, dass Warner Bros. für seinen Umgang mit animierten Klassikern in die Kritik gerät. Im September 2024 verkündete das Unternehmen, dass der klassische Cartoon-Streamingdienst Boomerang komplett eingestellt wird. Außerdem sorgte Warner für Empörung, als es die ikonische Cartoon Network-Website quasi ausradierte und stattdessen nur noch eine Weiterleitung zu Max einrichtete. Damit wurden nicht nur Jahrzehnte an Flash-Spielen, sondern auch kostenloser Online-Zugang zu unzähligen Episoden moderner und älterer Serien einfach entfernt.
Doch das Entfernen der Looney Tunes-Kurzfilme ist nur das jüngste Kapitel in einer merkwürdigen Beziehung zwischen Warner Bros. und einem seiner legendärsten Franchises. Die Entscheidung kommt genau zu dem Zeitpunkt, an dem Looney Tunes endlich ihr lang erwartetes, komplett animiertes Kinodebüt feiern – ein Projekt, von dem sich Warner allerdings ebenfalls distanziert hat. Ursprünglich wurde The Day the Earth Blew Up als Streaming-Original für Max in Auftrag gegeben, dann aber an Ketchup Entertainment für die internationale Kinoauswertung verkauft, nachdem die Prioritäten erneut verschoben wurden.
Und dann wäre da noch das Desaster rund um Coyote vs. Acme. Der Hybridfilm aus Live-Action und Animation wurde für eine Steuerabschreibung von 70 Millionen Dollar einfach eingestampft – trotz Berichten, dass Warner Bros. aktiv verhinderte, dass der Film an andere Studios verkauft wird.
Wie geht es weiter?
Es bleibt abzuwarten, wie Warner mit einem seiner wichtigsten Animations-Franchises weiter verfährt. Während The Day the Earth Blew Up noch in den Kinos läuft, genießen Fans zumindest eine kleine, wenn auch kurzlebige Rückkehr der Looney Tunes auf die große Leinwand. Doch was danach kommt? Schwer zu sagen. Hoffentlich nicht wieder das nächste fragwürdige Kapitel in der langen Geschichte seltsamer Warner Bros.-Entscheidungen.