Zum Inhalt springen
Viral

Vermeide Papierquittungen: Der Rat eines Umweltgesundheits-Experten

Ein Umweltmediziner warnt vor den giftigen Chemikalien und Mikroplastikpartikeln, die durch den Kontakt mit gedruckten Kassenbons freigesetzt werden. Ignorieren wir ein alltägliches Gesundheitsrisiko?
Von

Lesezeit 2 Minuten

Der unsichtbare Schaden hinter einem alltäglichen Zettel

Es ist eine alltägliche Geste: Man kauft etwas und erhält einen kleinen Beleg. Doch genau dieser Papierstreifen könnte uns unsichtbaren Gefahren aussetzen. Laut Dr. Leonardo Trasande, Kinderarzt und Umweltgesundheitsexperte an der New York University, bergen Thermopapierquittungen erhebliche Risiken – und er selbst vermeidet jeglichen Kontakt damit.

Die toxische Seite der scheinbar harmlosen Quittungen

2
© Dan Burton – Unsplash

Thermopapier wirkt harmlos, doch seine glänzende Beschichtung besteht aus Kunststoffen, die eine tintenfreie Bedruckung ermöglichen. Das Problem: Beim Anfassen können sogenannte Bisphenole freigesetzt werden – Chemikalien, die als hormonell wirksame Schadstoffe gelten.

Am bekanntesten ist Bisphenol A (BPA), das in vielen Ländern bereits verboten ist, da es mit Unfruchtbarkeit sowie Brust- und Prostatakrebs in Verbindung gebracht wird. Als Ersatz verwenden Hersteller zunehmend Bisphenol S (BPS), das laut neuen Studien ebenfalls gesundheitsgefährdend ist – selbst bei einer Berührung von nur zehn Sekunden.

Unsichtbare Risiken: Wie oftmaliger Kontakt schaden kann

3
© O C I A L . C U T – Unsplash

Eine Untersuchung des Center for Environmental Health ergab, dass das bloße Halten eines mit BPS behandelten Belegs in Kalifornien bereits eine Warnpflicht auslösen kann – wegen des potenziell krebserregenden Effekts. BPS wird zudem rasch über die Haut aufgenommen und kann sich unbemerkt im Körper anreichern.

Doch nicht nur Bisphenole sind problematisch. Das thermobeschichtete Papier setzt auch Mikro- und Nanoplastik frei – winzige Partikel, die in menschlichen Organen, Arterien und sogar im Gehirn nachgewiesen wurden. Zwar erforscht die Wissenschaft ihre genauen Wirkungen noch, doch es bestehen bereits Hinweise auf chronische Entzündungen, hormonelle Störungen und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.

Was tun? Weniger Papier, mehr Vorsorge

Für Dr. Trasande ist die Lösung klar: „Wenn möglich, elektronische Quittungen bevorzugen. Es gibt viele Wege, unsere Belastung durch besorgniserregende Chemikalien zu verringern – Papierquittungen abzulehnen ist einer davon.“

Er warnt zudem vor einem globalen Problem: Die weltweite Plastikproduktion könnte sich bis 2060 verdreifachen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Deshalb befürwortet Trasande ein internationales Abkommen zur Regulierung der Plastikverwendung – im Interesse der öffentlichen Gesundheit.

Quelle: Infobae

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel