Die Achterbahnfahrt rund um Donald Trumps Zollpolitik geht weiter – und diesmal atmen vor allem die Tech-Giganten auf. In einem späten Schritt am Freitagabend veröffentlichte die US-Zollbehörde eine neue Liste mit Ausnahmen: Smartphones, Laptops und andere Elektronikprodukte werden vorerst von den umstrittenen Strafzöllen verschont. Ein überraschender Rückzug, der nicht nur Apple & Co. freuen dürfte, sondern auch Millionen von Konsumenten betrifft.
Technikbranche bekommt Aufschub
Wer in letzter Zeit einen neuen Laptop oder ein Smartphone kaufen wollte, hat vielleicht schon gezögert – zu groß war die Angst vor steigenden Preisen durch Trumps Strafzölle. Doch wie nun bekannt wurde, wird genau diese Produktkategorie aus dem globalen 10-Prozent-Zoll und dem saftigen 145-Prozent-Zoll auf China-Importe ausgenommen.
Laut einem Bericht von Bloomberg sind neben iPhones und MacBooks auch Android-Handys, Windows-Laptops und weitere wichtige Hardware wie Prozessoren, Arbeitsspeicher, Festplatten und Grafikkarten auf der Liste der ausgenommenen Produkte. Kurios: Spielekonsolen bleiben außen vor – schlecht für alle, die auf die Nintendo Switch 2 warten.
Die neue Regelung gilt rückwirkend ab dem 5. April 2025 – als ob die vergangene Woche samt Zollpanik nie passiert wäre.
Investoren wittern eine Kehrtwende
Diese Entscheidung kommt nicht aus dem Nichts. In den vergangenen Wochen waren die Finanzmärkte extrem nervös. Trumps harte Rhetorik und seine plötzlichen Zollankündigungen hatten Investoren weltweit abgeschreckt. Kapital floss ab, Aktienkurse rutschten, und die Nervosität stieg.
Doch sobald auch nur ein kleiner Hoffnungsschimmer durchblitzte, dass Trump seine Linie überdenkt, ging es an den Börsen wieder leicht bergauf. Schon am Freitag hatte Trump gegenüber Reportern angedeutet, dass es „ein paar Ausnahmen aus offensichtlichen Gründen“ geben könnte – ohne diese Gründe weiter zu erklären. Branchenkenner vermuten: Es ging schlicht darum, die Tech-Giganten vor dem Kollaps zu bewahren.
Apple, Asus, Nvidia – alle in Alarmbereitschaft
Apple hatte die Zeichen der Zeit offenbar früh erkannt. Berichten zufolge ließ der Konzern rund 1,5 Millionen iPhones aus Indien in die USA einfliegen, um ihnen die teuren Zölle zu ersparen. Gleichzeitig gab es intern Warnungen, dass die Preise bald steigen könnten.
Auch andere Tech-Größen wie Asus, Sony und Nvidia reagierten schnell – die Preise ihrer Geräte zogen direkt nach Inkrafttreten der Zölle an. Der Markt reagierte prompt: Viele Konsumenten deckten sich vorsorglich mit Geräten ein, bevor es zu spät war.
Mit der neuen Ausnahmeregelung können sowohl Unternehmen als auch Käufer vorerst durchatmen. Zumindest kurzfristig bleibt die große Preisspirale aus.
Vom “Make it in America” zum Realitätscheck
Die jetzige Kehrtwende steht im starken Kontrast zu dem, was Trumps Team noch wenige Tage zuvor verkündet hatte. Pressesprecherin Karoline Leavitt sagte etwa, der Präsident sei überzeugt, dass man iPhones und Co. genauso gut in den USA bauen könne – „wir haben das Personal, die Arbeitskraft und die Ressourcen“.
Die Realität sieht allerdings anders aus: Fachleute rechnen vor, dass ein in den USA produziertes iPhone über 3.000 Dollar kosten würde. Dazu kämen Jahre des Aufbaus für die nötige Infrastruktur. Kurzum: eine schöne Idee für die Bühne, aber wirtschaftlich kaum tragbar.
Chaos mit Schlupflöchern
Was bleibt, ist das Bild einer sprunghaften Handelspolitik, die eher auf Druck reagiert als einem klaren Plan folgt. Trumps Strategie wirkt zunehmend wie ein Drahtseilakt zwischen markigen Ansagen und wirtschaftlichem Realitätscheck.
Für die Tech-Branche ist diese neue Ausnahme ein dringend benötigter Aufschub – aber auch ein deutliches Zeichen, dass selbst die lautesten Handelskrieger irgendwann auf ihre eigenen Märkte hören müssen. Wie lange das gut geht, bleibt abzuwarten.