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Mythos Billig-Tanke: Ist günstiger Sprit wirklich schlechter?

Markensprit oder Discounter-Kraftstoff – was tankt Ihr Auto wirklich? Viele Autofahrer schwören auf Premiumsorten, doch eine neue Analyse zeigt: Der vermeintlich „billige“ Sprit ist oft genau derselbe wie der teure. Nur ein Detail macht den Unterschied – und das lohnt sich kaum.
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An der Zapfsäule entscheidet oft das Bauchgefühl: Während manche Autofahrer nur zu Aral oder Shell fahren, vertrauen andere lieber auf freie Tankstellen oder Discounter wie JET und HEM. Doch wie groß sind die Qualitätsunterschiede wirklich? Die Antwort überrascht – und könnte bares Geld sparen.

Einheitliche Normen: Was wirklich in den Tank kommt

Die wichtigste Information vorweg: Alle Tankstellen in Deutschland müssen sich an dieselbe Norm halten – die DIN EN 228. Sie legt europaweit fest, welche Anforderungen Benzin erfüllen muss, um überhaupt verkauft werden zu dürfen. Das betrifft unter anderem:

  • Oktanzahl (ROZ, MOZ): Sichert die Klopffestigkeit und damit die Verbrennungseffizienz.

  • Ethanolgehalt (z. B. E10): Maximal 10 % Bioethanol.

  • Schwefelgrenze: Max. 10 mg/kg – wichtig für geringe Emissionen.

  • Flüchtigkeit und Korrosionsschutz: Essentiell für Motorverträglichkeit.

Kurz gesagt: Wer in Deutschland tankt, bekommt normierten Kraftstoff – egal ob bei der Marken- oder Billigtanke.

Gleiche Raffinerien, unterschiedliche Logos

Mythos Billig-Tanke: Ist günstiger Sprit wirklich schlechter?
© Unsplash – fr0ggy5.

Noch interessanter ist die Herkunft des Kraftstoffs: Viele freie Tankstellen beziehen ihren Sprit aus denselben Raffinerien wie Aral, Shell oder Esso. So liefert etwa die Ruhr Oel Raffinerie in Gelsenkirchen nicht nur an BP und Aral, sondern auch an JET und andere Discounter.

Beispiele für gemeinsame Raffinerien:

  • MiRO Karlsruhe: Beliefert Shell, Aral, Esso – aber auch OIL! und Sprint.

  • OMV Burghausen: Versorgt Aral und JET in Süddeutschland.

  • PCK Schwedt: Beliefert TotalEnergies und HEM sowie regionale freie Anbieter.

Was bringen Marken-Additive wirklich?

Der einzige relevante Unterschied liegt in den Additiven: Markenanbieter wie Shell oder Aral setzen auf spezielle Zusatzstoffe („V-Power“, „Ultimate“, „Excellium“), die Motorreinigung, Leistungssteigerung oder geringeren Verbrauch versprechen.

Doch wie effektiv sind sie wirklich? Der ADAC hat Anfang 2024 Premiumkraftstoffe unter die Lupe genommen – mit ernüchterndem Ergebnis: Kaum messbare Vorteile bei Verbrauch oder Leistung. Moderne Motoren sind auf Standardkraftstoffe ausgelegt, sodass sich Premiumsorten nur in Ausnahmefällen lohnen – etwa bei Sportwagen mit Hochleistungsmotoren.

Teurer heißt nicht besser

Wer an freien Tankstellen tankt, spart oft mehrere Cent pro Liter, ohne dabei auf Qualität verzichten zu müssen. Nur bei empfindlichen Einspritzsystemen oder getunten Motoren kann Markenbenzin langfristig sinnvoll sein. Für den Großteil der Autofahrer gilt: Standardkraftstoff reicht völlig aus.

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