Erinnert ihr euch an die Berichte von vor ein paar Monaten, als die Auseinandersetzungen zwischen Eon und Amazon über den Umgang mit James Bond gemeldet wurden? Jetzt ist die Situation noch merkwürdiger geworden, da eine separate Partei die Kontrolle über mehrere Marken im Zusammenhang mit dem beliebten Super-Spion anstrebt.
Der Markenkampf
Laut The Guardian hat der österreichische Geschäftsmann Josef Kleindienst mehrere „Löschungsanträge aufgrund von Nichtnutzung“ im Zusammenhang mit Bond eingereicht, was bedeutet, dass er den Namen James Bond besitzen möchte. Nach dem britischen und EU-Recht kann man die Eigentümerschaft einer Marke anfechten, wenn der ursprüngliche Eigentümer in seinem spezifischen Bereich „mindestens fünf Jahre lang nichts damit gemacht hat“. Abgesehen von „No Time to Die“ aus dem Jahr 2021 argumentierte Kleindienst, dass der Name in anderen „Kategorien“ von Waren und Dienstleistungen wie „Modellen von Fahrzeugen, Computerprogrammen und elektronischen Comics sowie elektronischem Publishing“ nicht verwendet wurde. Neben dem Namen des Charakters gibt es hier auch andere Marken, die angefochten werden können: „James Bond Special Agent 007“, „James Bond 007“, „James Bond: World of Espionage“ – und ja, sein immer berühmterer Spruch „Bond, James Bond“.
Kleindiensts Motivation
Warum möchte Kleindienst James Bond so unbedingt besitzen? Wie The Guardian berichtet, ist er ein Immobilienmakler, der angeblich der größte Immobilienentwickler in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, dass er Pläne hat, was mit der Bond-Marke geschehen soll, sollte er gewinnen, und seine Beschwerde gegen Eon stellte fest, dass es keine Bond-Restaurants oder Cocktail-Lounges gegeben hat, sodass man sich vorstellen kann, wohin das alles führt. Es ist tatsächlich nicht allzu unähnlich dem, was Eon mit Amazon durchmacht: Der Tech-Gigant wollte ein ganzes Bond-Franchise entwickeln, aber Eon (insbesondere die langjährige Produzentin der Reihe, Barbara Broccoli) möchte das ganz und gar nicht.
Kleindiensts Anfechtung wurde am 27. Januar eingereicht, und Danjaq (ein in den USA ansässiges Unternehmen mit weltweiten Lizenzrechten für James Bond) hat zwei Monate Zeit, um zu argumentieren, dass es die Bond-Marke in den angefochtenen Bereichen genutzt hat.