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Tech

Hat Tesla die Lösung für das Elon-Musk-Problem?

Indien könnte dem schwächelnden E-Auto-Riesen den dringend nötigen Imagewandel bringen.
Von Luc Olinga Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Für Tesla läuft 2025 bislang katastrophal – und ein Großteil des Desasters geht direkt auf das Konto von CEO Elon Musk.

Nachdem Musk fast 290 Millionen Dollar in Donald Trumps Wahlkampf gesteckt hatte, übernahm er in dessen neuer Regierung prompt eine maßgeschneiderte Rolle: Chef des „Department of Government Efficiency“ (DOGE). Seine Sparmaßnahmen bei Behörden und Sozialprogrammen sowie die offene Unterstützung kontroverser Verschwörungstheorien lösten weltweit Proteste aus – nicht zuletzt vor Teslas eigenen Showrooms. Besonders bitter: Die einst so loyale, meist liberale Tesla-Kundschaft wandte sich zunehmend ab. Viele Besitzende bereuen ihren Kauf inzwischen öffentlich.

Die Folgen? Verheerend. Im ersten Quartal brach der weltweite Absatz um 13 % ein, der Nettogewinn stürzte im Vergleich zum Vorjahr um satte 71 % auf nur noch 409 Millionen Dollar ab. An der Börse verlor die Aktie seit Januar über 20 % an Wert. Und es gibt keine Anzeichen, dass der Negativtrend bald endet – selbst nach Musks lautstarkem Bruch mit Trump und seinem Rücktritt aus der Regierung bleibt der Imageschaden massiv.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Indien.

Laut einem aktuellen Bloomberg-Bericht richtet Tesla seinen Blick nun verstärkt auf den drittgrößten Automarkt der Welt. Noch im Juli soll in Mumbai der erste Showroom eröffnen, kurz darauf folgt ein weiterer in Neu-Delhi. Schon jetzt wurden die ersten Fahrzeuge – vor allem das Erfolgsmodell Y aus chinesischer Produktion – nach Indien verschifft.

Doch es geht um mehr als nur Expansion: Indien soll helfen, die schwächelnde Nachfrage in Europa auszugleichen und den wachsenden Konkurrenzdruck durch chinesische Hersteller wie BYD abzufedern.

Teslas Indien-Pläne waren bislang von Startschwierigkeiten geprägt – vor allem wegen Streitigkeiten über Produktionsauflagen und Preise. Der Durchbruch kam offenbar im Februar, als Musk beim Staatsbesuch von Premierminister Narendra Modi in Washington mit ihm zusammentraf. Im April telefonierten die beiden erneut.

„Habe mit @elonmusk über verschiedene Themen gesprochen“, schrieb Modi auf X. „Wir haben über die enormen Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich Technologie und Innovation diskutiert.“

Musk antwortete begeistert: „Ich freue mich darauf, noch dieses Jahr nach Indien zu reisen!“

Für Tesla, das dringend ein neues, positiveres Narrativ braucht, könnte der Einstieg in diesen riesigen und bislang kaum erschlossenen Markt zur Rettungsleine werden. Die große Frage bleibt allerdings: Reicht ein Neuanfang in Indien, um den angerichteten Schaden in den westlichen Kernmärkten wieder gutzumachen?

Tesla selbst wollte sich gegenüber Gizmodo bislang nicht zu den Berichten äußern.

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