Seit Jahrhunderten galt es als der heilige Gral der Naturwissenschaften: die Umwandlung von unedlen Metallen in Gold. Nun ist es Teilchenphysikern am CERN gelungen, genau das zu tun – durch extreme Bedingungen im weltweit größten Teilchenbeschleuniger. Doch obwohl Blei tatsächlich in Gold transformiert wurde, dürfte niemand dadurch reich werden. Der Prozess ist spektakulär – aber nur im Labor relevant.
Alchemie wird Realität: Wie das CERN Blei zu Gold machte
Im Forschungszentrum CERN bei Genf wurde durch Kollisionen von Bleikernen bei annähernder Lichtgeschwindigkeit eine atomare Umwandlung beobachtet. Dabei entfernten die Physiker drei Protonen aus dem ursprünglichen Bleikern – genau die Differenz, die zwischen einem Blei- und einem Goldatom besteht. Theoretisch entsteht dabei echtes Gold: ein Kern mit 79 Protonen.
Möglich war dies durch das extreme Magnetfeld, das beim beinahe kontaktlosen Vorbeiflug zweier Bleikerne im Large Hadron Collider (LHC) entsteht. Dieses Feld kann Neutronen und Protonen aus dem Kern herausschleudern – und damit gezielte Transmutationen erzeugen.
Die Resultate stammen aus dem ALICE-Experiment, das seit 2015 solche hochenergetischen Kollisionen untersucht. Mehr dazu findet sich im Artikel der Physical Review Journals,
Warum niemand reich wird – und das Gold nicht bleibt

So spektakulär die Umwandlung klingt, sie ist keine wirtschaftliche Goldquelle. Das produzierte Gold ist extrem instabil und existiert nur Bruchteile von Sekunden, bevor es sich wieder zerlegt. Hinzu kommt: Die produzierte Menge liegt im Bereich einzelner Atome – weit entfernt von der Masse, die für sichtbares oder nutzbares Gold nötig wäre.
Das CERN macht deshalb unmissverständlich klar: „Der Traum der Alchemisten ist technisch wahr geworden – aber wirtschaftlich bleibt er unerfüllt.“ Wer also gehofft hatte, die Wissenschaft hätte das Rätsel der Goldherstellung geknackt, muss sich mit einer wissenschaftlichen Sensation statt mit Reichtum zufriedengeben.
Quelle: Welt.