Am Donnerstagmittag kam es auf dem Ronald Reagan Washington National Airport in der US-Hauptstadt zu einem beunruhigenden Zwischenfall: Zwei Flugzeuge der Marke American Eagle streiften sich beim Rollen auf dem Rollfeld. An Bord einer der Maschinen befanden sich sieben Mitglieder des US-Kongresses, wie unter anderem NBC News berichtete.
Keine Verletzten, aber viele Fragen
Laut einem Statement von American Airlines gegenüber der BBC wurde niemand bei dem Vorfall verletzt. Beide Maschinen kehrten nach dem Zusammenstoß zum Terminal zurück, um auf Schäden untersucht zu werden.
Die beteiligten Flüge waren:
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American Eagle Flug 5490 (betrieben von PSA Airlines), mit Ziel Charleston, South Carolina
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American Eagle Flug 4522 (betrieben von Republic Airways), mit Ziel New York JFK – und mit mehreren Abgeordneten an Bord
Gegen 12:45 Uhr Ortszeit stieß die Flügelspitze von Flug 5490 mit Flug 4522 zusammen, während beide Flugzeuge auf dem Rollfeld manövrierten.
Wer war an Bord?
Insgesamt waren 67 Passagiere in der Charleston-Maschine und 76 in der nach New York unterwegs. Unter letzteren befanden sich laut offizieller Bestätigung unter anderem die demokratischen Abgeordneten Gregory Meeks, Grace Meng, Josh Gottheimer, Adriano Espaillat, Ritchie Torres sowie der republikanische Abgeordnete Nick LaLota. Meeks bestätigte via Social Media, dass insgesamt sieben Mitglieder des Kongresses an Bord waren.
Ursache bislang unklar – FAA ermittelt
Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA hat bereits eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Noch ist unklar, wie es zum Zusammenstoß kommen konnte.
Politisch wird der Zwischenfall jedoch bereits aufgeheizt diskutiert:
Während die Trump-Regierung offiziell verlauten ließ, dass „es keinerlei Kürzungen bei Fluglotsen oder sicherheitsrelevanten Positionen in der FAA“ gegeben habe, widersprach der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer prompt:
„Die jüngsten Kürzungen bei der FAA gefährden die Sicherheit unserer Lufträume.“
Die Trump-Administration gab daraufhin an, zwar „weniger als 400 Fluglotsen entlassen“ zu haben, betonte aber, dass einige davon wieder eingestellt worden seien. Dennoch scheint die Behörde weiterhin unterbesetzt: Laut Reuters fehlen derzeit rund 3.500 Fluglotsen, um die angestrebte Personalstärke zu erreichen. Zudem trat Tim Arel, Leiter der Luftverkehrsorganisation der FAA, diese Woche zurück – offenbar im Rahmen eines freiwilligen Rentenprogramms.
Bereits der zweite Vorfall in kurzer Zeit
Besorgniserregend: Der Zusammenstoß auf dem Rollfeld ist nicht der erste ernste Zwischenfall in diesem Jahr. Erst vor zwei Monaten kollidierte in der Nähe des Reagan-Airports ein Passagierflugzeug mit einem US-Army-Helikopter vom Typ Black Hawk über dem Potomac River – mit tödlichem Ausgang für mehrere Insassen. Auch abseits davon häuften sich in den ersten Monaten der Trump-Regierung Berichte über Beinahe-Kollisionen und Sicherheitsprobleme im US-Luftraum.