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Wissenschaft

Fatburner oder Fake? Die unbequeme Wahrheit über Energy-Drinks und deinen Stoffwechsel

Sie gelten als schnelle Hilfe beim Abnehmen, boomen bei Fitness-Influencern und versprechen pure Energie – doch was steckt wirklich hinter den angesagten Energy-Drinks?
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Lesezeit 2 Minuten

Was versprochen wird – und was wirklich stimmt

Energy-Drinks sind längst keine Neuheit mehr, doch ihr Image hat sich verändert. Statt nur als Aufputschmittel für lange Nächte oder Arbeitstage zu dienen, werden sie heute als Fitness-Helfer vermarktet. Besonders kalorienarme Varianten sollen angeblich beim Abnehmen helfen.

Klingt erstmal plausibel, denn Koffein regt den Stoffwechsel an – das bestätigt auch Andrew Jagim, Sportmediziner und Experte für Leistungsoptimierung. Aber: Der Effekt ist eher bescheiden. 100 mg Koffein täglich verbrennen gerade mal rund 100 Kalorien zusätzlich – das entspricht einem Apfel. Für echten Fettabbau reicht das bei Weitem nicht.

Auch Forscher wie Jeffrey Stout sehen nur dann einen Nutzen, wenn man die Drinks mit körperlicher Aktivität kombiniert. Und Lena Bakovic, klinische Ernährungsberaterin, bringt es auf den Punkt: Es gibt keine belastbare Studie, die eine echte Verbindung zwischen Energy-Drinks und effektivem Gewichtsverlust zeigt.

Inhaltsstoffe mit Fragezeichen

Die Hauptbestandteile der meisten Energy-Drinks sind Koffein, Taurin, Guaraná, B-Vitamine und manchmal noch Zusätze wie Chrom oder EGCG aus grünem Tee. Einige dieser Stoffe können einzeln betrachtet den Stoffwechsel anregen – aber ob sie zusammen überhaupt einen Effekt haben (und ob dieser langfristig gesund ist), ist nicht belegt.

Zudem sind viele Varianten mit Zuckerersatzstoffen wie Erythrit oder Sucralose gesüßt. Die sind zwar kalorienfrei, können aber Verdauungsprobleme verursachen oder einfach unangenehm künstlich schmecken.

Jagim betont außerdem, dass B-Vitamine oder Elektrolyte für Menschen mit ausgewogener Ernährung keinen echten Mehrwert bieten. Nur bei speziellen Ernährungsformen – etwa vegan – kann es sinnvoll sein, gezielt zu supplementieren. Alles andere scheidet der Körper sowieso einfach wieder aus.

Kein harmloser Snack – Risiken nicht unterschätzen

Eine Dose ab und zu? Kein Problem. Aber wer regelmäßig Energy-Drinks trinkt, sollte besser zweimal hinschauen. Vor allem wegen der Koffeinmenge. Kombiniert man Energy-Drinks mit Kaffee, Cola oder Pre-Workout-Shakes, kann die tägliche Dosis schnell gefährlich hoch werden.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA rät, nicht mehr als 400 mg Koffein am Tag zu konsumieren. Doch eine einzige Portion eines Energy-Drinks kann bereits bis zu 250 mg enthalten. Wer das zur Gewohnheit macht, riskiert nicht nur Schlafprobleme, sondern auch erhöhten Stress, Nervosität, Herzrasen – und eine mögliche Abhängigkeit. Der Körper gewöhnt sich schnell an die Wirkung, sodass immer mehr gebraucht wird, um überhaupt noch etwas zu spüren.

Kein Shortcut zum Wunschgewicht

Die Fachwelt ist sich einig: Energy-Drinks taugen nicht als Diätmittel. Wer nachhaltig abnehmen oder fit bleiben will, kommt um eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Wasser nicht herum. Die Drinks können kurzfristig ein Energie-Kick sein, aber auf lange Sicht ersetzen sie keine gesunden Gewohnheiten.

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