Auf den ersten Blick wirkt der Pazifische Ozean unendlich und ruhig. Doch unter seiner Oberfläche entwickelt sich eine Umweltbedrohung von kontinentalem Ausmaß. Es handelt sich um eine riesige Ansammlung von Plastik, die jedes Jahr weiter wächst und mittlerweile als der „siebte Kontinent“ bezeichnet wird. Ihre Fläche übertrifft bereits das Dreifache Spaniens – und sie wächst weiter.
Ein Kontinent ohne festen Boden, aber mit schwerwiegenden Folgen

Der sogenannte Great Pacific Garbage Patch wurde vor über zwanzig Jahren vom Ozeanographen Charles Moore entdeckt. Seitdem ist seine Ausdehnung rasant gestiegen – heute schätzt man seine Fläche auf etwa 1,6 Millionen Quadratkilometer. Obwohl es sich nicht um eine feste Landmasse handelt, sind die Auswirkungen ebenso sichtbar wie bei jedem anderen Landgebiet.
Entstanden ist dieser Müllstrudel aus Millionen von Plastikfragmenten, die durch ozeanische Strömungen zusammengeführt wurden. Aus einem einst isolierten Phänomen ist mittlerweile die größte schwimmende Mülldeponie der Erde geworden. Aus symbolischen Gründen spricht man vom „siebten Kontinent“, angesichts seiner gigantischen Ausmaße und der massiven Umweltzerstörung, die er verursacht – insbesondere für Meerestiere, die die Abfälle mit Nahrung verwechseln oder sich in zurückgelassenen Netzen verfangen.

Dabei ist dieses Phänomen kein Einzelfall: Ähnliche Müllansammlungen existieren auch im Nord- und Südatlantik, im Indischen Ozean und im Südpazifik. Zwar sind sie kleiner, doch sie zeigen denselben alarmierenden Trend: Sie wachsen schnell und übertreffen bereits ganze Länder an Größe.
Die Bedrohung, die wir geschaffen haben – und die sich jetzt verändert

Laut der BBC besteht diese Plastikinsel zu 99,9 % aus Kunststoffabfällen. Überraschend ist ihr Ursprung: Ein Großteil stammt aus den 1980er- und 1990er-Jahren – ein Beleg für die extreme Langlebigkeit dieser Materialien im Meer. Rund 46 % machen entsorgte Fischernetze aus, und über 75 % der Abfälle sind größer als fünf Zentimeter.
Auch wenn man nicht auf dieser schwimmenden Masse laufen kann, beginnt sie bereits, sich in ein neues Ökosystem zu verwandeln. Einige Arten haben sich angepasst und leben zwischen den Plastikresten – ein künstlicher Lebensraum ohne Vorbild. Doch diese neue „Heimat“ ist keine gute Nachricht: Sie stört das marine Gleichgewicht und könnte schwer umkehrbare Folgen auslösen.

Das Wachstum des siebten Kontinents macht eines deutlich: Wir müssen den Plastikmüll schon an seiner Quelle drastisch reduzieren – bevor sich unsere Ozeane endgültig in gigantische Müllhalden verwandeln.