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Welt

Die Insel, die sich im Stillen vorbereitet: Das Land ohne Atomwaffen, das einen Weltkrieg simuliert

Abseits des Fokus der Supermächte hat dieses Land gerade die intensivsten Militärübungen seiner jüngeren Geschichte durchgeführt. Ohne über ein Atomwaffenarsenal zu verfügen, offenbaren die Manöver eine unterschwellige Angst: in einem Konflikt zwischen Großmächten gefangen zu werden. Richtet die Welt ihre Aufmerksamkeit vielleicht auf das falsche Ziel?
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Lesezeit 2 Minuten

Taiwan rüstet sich im Schatten drohender Großkonflikte

Während die Welt auf einen möglichen globalen Konflikt zwischen den USA, China und Russland blickt, agiert ein unerwarteter Akteur mit zunehmender Entschlossenheit. Taiwan – eine Insel ohne Atomwaffen – hat seine Verteidigungsvorbereitungen mit einer Reihe von Übungen intensiviert, die zwar offiziell als Routine dargestellt werden, jedoch einen drastischen Wandel im Umgang mit der Bedrohung eines Krieges erkennen lassen.

Beispiellose Übungen und extreme Maßnahmen

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© European Press Photo Agency.

Zwischen dem 22. und 25. Juli 2024 führte Taiwan die „Wanan No. 47“-Übungen durch: eine landesweite Notfalloperation, die von Zwangsevakuierungen bis hin zur vollständigen Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs reichte. Schüler wurden in unterirdische Schutzräume gebracht, Züge gestoppt und mehr als 40 Verwaltungsbezirke lahmgelegt.

Täglich um 13:30 Uhr erhielten die Bürger eine Massenwarnung auf ihren Mobiltelefonen – eine Simulation eines Raketenangriffs mit der Anweisung, sofort Schutz zu suchen. Obwohl die Behörden diese Maßnahmen als routinemäßig bezeichneten, lässt das Ausmaß und der Ernst der Durchführung auf eine viel tiefere Besorgnis schließen: die wachsende Möglichkeit, dass die Insel tatsächlich Ziel einer Offensive wird.

Warum bereitet sich Taiwan auf einen unmittelbaren Krieg vor?

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© Oleg Elkov – shutterstock.

Taiwan besitzt keine Atomwaffen und ist dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten, hält sich aber an dessen Vorgaben. Seine aktuelle Strategie setzt nicht auf nukleare Abschreckung, sondern auf Bürgertraining, Luftschutzinfrastruktur und schnelle Reaktionsfähigkeit. Die Übungen dienen nicht nur der technischen Erprobung, sondern auch der psychologischen Vorbereitung der Bevölkerung auf eine mögliche Krise.

Diese Sorge ist nicht unbegründet. Expertinnen wie Bonnie Glaser warnen davor, dass Taiwan das Epizentrum eines Großmachtkonflikts werden könnte, falls China militärisch vorgeht und die USA eingreifen. Die Insel, eingeklemmt zwischen zwei globalen Kräften, will nicht überrascht werden.

Eine Vorbereitung ohne Atomwaffen – aber mit Entschlossenheit

Im Gegensatz zu anderen Ländern misst sich Taiwans Vorbereitung nicht in Atomsprengköpfen, sondern in Alarmübungen, Schutzräumen und einer mobilisierten Bevölkerung. Taiwan will keine Hauptrolle – doch es bereitet sich vor, als sei das Drehbuch bereits geschrieben.

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