Marián García, besser bekannt als Boticaria García, hat die Art und Weise revolutioniert, wie wir die alltägliche Pharmakologie verstehen. Mit einem direkten und lehrreichen Stil erklärt sie, warum nicht alles so ist, wie es scheint, bei den gängigsten Medikamenten. Ist Ibuprofen wirklich die beste Wahl für alle Arten von Schmerzen? Und warum gewinnt Paracetamol im Verkauf? Die Antwort hängt davon ab, wie sie in unserem Körper wirken.
Der blinde Weg des Ibuprofens
Die Unterschiede zwischen Paracetamol und Ibuprofen beschränken sich nicht nur auf das Etikett der Verpackung. Während Ibuprofen Teil der Gruppe der NSAIDs (nichtsteroidale Entzündungshemmer) ist und eine dreifache Funktion als Schmerzmittel, fiebersenkendes Mittel und entzündungshemmendes Mittel erfüllt, hat Paracetamol nur zwei dieser Eigenschaften: Es ist schmerzlindern und fiebersenkend, aber bekämpft keine Entzündungen. Dennoch ist es, entgegen aller Erwartungen, das meistverkaufte.
Boticaria García erklärt es mit einem Satz, der die Aufmerksamkeit aller erregt hat: „Ibuprofen hat nicht die geringste Ahnung, wo der Schmerz ist.“ Laut ihr durchquert dieses Medikament den Körper ohne festgelegtes Ziel, ohne zu unterscheiden, ob der Schmerz von einem Knie, dem Kopf oder einem anderen Bereich stammt. Es wirkt indiscriminately und beeinflusst alle Gewebe gleichzeitig.
Das Problem der Enzymblockierung
Dies führt zu einem wesentlichen Problem: Während es im Körper zirkuliert, trifft Ibuprofen auf Enzyme namens COX-1, die hauptsächlich im Magen vorkommen und für wesentliche Funktionen wie die Produktion von Bicarbonat, schützendem Schleim und die Regulierung des Blutflusses in diesem Bereich verantwortlich sind. Indem Ibuprofen diese Enzyme blockiert, stört es diese Prozesse und verursacht die bekannten Magennebenwirkungen.
Warum Paracetamol die Oberhand behält
Obwohl es keine entzündungshemmenden Wirkungen hat, hat Paracetamol einen großen Vorteil: Es hat keine negativen Auswirkungen auf den Magen. Das ist einer der Schlüsselfaktoren, warum seine Verwendung nach wie vor über Ibuprofen steht. Wie Boticaria García detailliert erklärt, ist die Bindung von Ibuprofen an die Magenenzyme umkehrbar, aber solange sie anhält, kann sie Unannehmlichkeiten verursachen.
Dieses allgemeine Verhalten von Medikamenten wird auch von dem Pharmazeuten Tom Anchordoquy bestätigt, der sagt, dass kein Medikament die volle Kontrolle über den Verlauf seiner Wirkung hat. Auch wenn sie für bestimmte Rezeptoren konzipiert sind, ist es unvermeidlich, dass sie sich auch an unerwünschte Stellen im Körper binden, was unerwartete Nebenwirkungen erzeugt.
Die Lektion der Experten
Die Lektion, so diese Expertenstimmen, ist klar: Kein Medikament ist so spezifisch, wie wir glauben. Deshalb kann Selbstmedikation, ohne zu berücksichtigen, wie jede Art von Medikament tatsächlich funktioniert, nicht so offensichtliche Konsequenzen haben. Und die Wahl zwischen Ibuprofen oder Paracetamol sollte nicht nur von Gewohnheiten oder der Schnelligkeit der Wirkung abhängen, sondern vom Wissen über ihre Wirkweise.
[Quelle: La Vanguardia]