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Wissenschaft

Ibuprofen und Paracetamol: Wirklich austauschbar – oder ein gefährlicher Irrtum?

Obwohl der Konsum von Ibuprofen und Paracetamol in Spanien weit verbreitet ist, wissen viele Menschen nach wie vor nicht genau, wann welches Mittel geeignet ist. Diese Unsicherheit kann dazu führen, dass Schmerzen anhalten – oder sich sogar verschlimmern. In diesem Artikel erklärt eine Expertin den grundlegenden Unterschied zwischen beiden Medikamenten – und warum es nicht immer ratsam ist, sie beliebig zu verwenden.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Sind Ibuprofen und Paracetamol wirklich dasselbe?

Die Krankenpflegerin und Gesundheitsexpertin Esther Gómez, bekannt als @mienfermerafavorita in den sozialen Netzwerken, stellt in einem aktuellen Interview klar: „Ibuprofen und Paracetamol sind zwei unterschiedliche Medikamente, die auf unterschiedliche Weise wirken.“ Trotz dieser eindeutigen Aussage kommt es häufig vor, dass Menschen beide Mittel austauschbar verwenden – ohne sich der Folgen bewusst zu sein.

Paracetamol ist ein Analgetikum und Antipyretikum – das heißt, es lindert Schmerzen und senkt Fieber. Ibuprofen hingegen ist ebenfalls schmerzlindernd, gehört jedoch zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), was es zur besseren Wahl macht, wenn Schmerzen mit Entzündungen einhergehen.

Zur Veranschaulichung nennt Gómez ein Beispiel: Wenn wir uns beim Fußballspielen am Knie verletzen und dieses anschwillt, wäre Ibuprofen die richtige Wahl – es lindert nicht nur den Schmerz, sondern wirkt auch entzündungshemmend. Haben wir hingegen Fieber und Schmerzen, ist Paracetamol die bessere Option, da es fiebersenkend wirkt.

Die Risiken bei übermäßigem Gebrauch

Obwohl beide Medikamente häufig eingenommen werden, warnen Expert*innen eindringlich vor dem übermäßigen Gebrauch. Zu viel Paracetamol kann zu schweren Leberschäden führen – und Studien zufolge das Herzinfarktrisiko um bis zu 68 % erhöhen, wenn die empfohlene Dosierung überschritten wird.

Auch Ibuprofen birgt Risiken bei längerem Gebrauch: Es kann die Nierenfunktion beeinträchtigen und das Risiko eines Herzinfarkts erhöhen – selbst bei Menschen ohne Vorerkrankungen. Der Grund: Es kann bei regelmäßiger Einnahme den Blutdruck steigen lassen.

Trotz dieser Warnungen bleibt Paracetamol in Spanien das am häufigsten konsumierte Medikament – noch vor Omeprazol, mit über 43 Millionen verkauften Packungen im Jahr 2019. Auch andere Schmerzmittel wie Ibuprofen, Nolotil und Dexketoprofen gehören zu den meistverwendeten Medikamenten – ein deutliches Zeichen für die hohe Abhängigkeit der Bevölkerung von diesen Mitteln.

Fazit: richtig auswählen und unnötige Risiken vermeiden

Die Empfehlung der Fachleute ist eindeutig: Missbrauche keines dieser Medikamente und konsultiere vor der Einnahme immer medizinisches Fachpersonal. Den Unterschied zwischen Ibuprofen und Paracetamol zu kennen, ist entscheidend für eine sichere Anwendung – und kann ernsthafte gesundheitliche Folgen verhindern. Sie sind nicht austauschbar – und die richtige Wahl kann den Unterschied für dein Wohlbefinden ausmachen.

Quelle: El Español

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