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Das Geheimnis unter der Wüste: Was Höhlen über eine einst grüne Vergangenheit verraten

Ein neuer Fund in Saudi-Arabien könnte unser Bild der großen Wüsten grundlegend verändern. Ein Team von Wissenschaftlern rekonstruierte Millionen Jahre Klimageschichte – und fand Hinweise darauf, dass diese lebensfeindlichen Landschaften einst üppige Oasen waren. Was mag noch unter dem Sand verborgen sein?
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Lesezeit 2 Minuten

Höhlen erzählen eine vergessene Geschichte

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© Robert Hacker – Pexels

Über Jahrzehnte galten die Wüsten Arabiens als unüberwindbare Barrieren, geprägt von Trockenheit und lebensfeindlichem Klima. Doch eine neue Untersuchung wirft ein völlig neues Licht auf ihre Vergangenheit: Diese weiten Gebiete könnten einst grün, feucht und voller Leben gewesen sein. Der Fund verändert nicht nur unser Verständnis des Klimas, sondern auch der menschlichen Evolution und Migration.

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Nature, liefert überzeugende Beweise, dass große Teile der Arabischen Halbinsel in den letzten acht Millionen Jahren zeitweise ein üppiges, feuchtes Ökosystem waren. Die Theorie der „Grünen Arabien“ geht davon aus, dass selbst die trockensten Wüsten der Erde – wie die Sahara oder Thar – in gewissen Epochen feuchte Savannenlandschaften waren.

Das Team um Michael Petraglia vom Australian Research Centre for Human Evolution sammelte im Jahr 2019 Stalagmiten aus sieben Höhlen in As Sulb, einem Kalksteinplateau nordöstlich von Riad. Diese Mineralablagerungen, die durch das langsame Tropfen von mineralhaltigem Wasser wachsen, enthalten ein präzises Klimaarchiv.

Durch Uran-Thorium- und Uran-Blei-Datierungen konnten die Forscher feststellen, dass einige dieser Stalagmiten bis zu 7,44 Millionen Jahre alt sind – ein bislang unerreichter Einblick in die geologische Geschichte der Region.

Eine grüne Autobahn für die ersten Menschen

Die Entdeckungen verändern nicht nur unser Verständnis des Klimas, sondern legen nahe, dass Arabien ein entscheidender Korridor für die Migration von Menschen und Tieren aus Afrika war. Feuchte Klimaphasen hätten grüne Vegetationsstreifen und Süßwasserquellen durch die heutigen Wüsten geschaffen – ideale Bedingungen für Wanderbewegungen nach Eurasien.

Diese Ergebnisse stützen frühere Theorien Petraglias und anderer Forscher, die alternative Migrationsrouten vorschlugen, bei denen Arabien eine zentrale, bislang unterschätzte Rolle spielte. Die feuchten Perioden könnten mit orbitalen Veränderungen der Erde zusammenhängen, die das globale Klima beeinflussten.

Eine feuchte Vergangenheit, die es noch zu entdecken gilt

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© Elina Emeleeva – Pexels

Die untersuchten Proben belegen mindestens sechs feuchte Phasen in den letzten acht Millionen Jahren – mit zwei weiteren möglichen, aber noch unbestätigten. Huw Groucutt, Archäologe an der Universität Malta und Mitautor der Studie, erklärt, dass Stalagmiten nur in ausreichend feuchtem Klima wachsen, wodurch sich präzise Rückschlüsse auf die fruchtbaren Zeiten der Region ziehen lassen.

Der Paläoklimatologe Paul Wilson von der Universität Southampton bezeichnet die Ergebnisse als „beeindruckend detailliert“. Frühere Studien anhand von marinen Sedimenten hatten bereits eine Abnahme des Saharastaubs während bestimmter Perioden gezeigt – aber bisher fehlten entsprechende Beweise direkt aus Arabien.

Ein neuer Anfang für die Archäologie Arabiens

Obwohl die Forschung noch am Anfang steht, planen die Wissenschaftler bereits weitere Expeditionen zu Höhlen im Norden der Arabischen Halbinsel. Diese künftigen Untersuchungen könnten die Karte des „Grünen Arabiens“ erweitern und neue Erkenntnisse über die frühen menschlichen Wanderbewegungen liefern.

Wie Petraglia abschließend sagt:

„Wir stehen erst am Anfang der Höhlenforschung in Saudi-Arabien. Was wir bisher entdeckt haben, kratzt nur an der Oberfläche dessen, was noch verborgen liegt.“

Quelle: National Geographic.

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